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Abenteuer Wenn Braunbär zum Frühstück kommt

Christian Jaskulewicz

BRETTORF - Tombstone in Südarizona war genau der richtige Ort, um uns auf die USA einzustimmen, nachdem wir Lateinamerika verlassen haben. Eine Nacht lang wurden wir in die Vergangenheit versetzt, tranken mit Doc Holliday und prosteten Billy the Kid zu. Gott sei Dank erlitten wir nicht dasselbe Schicksal wie manche auf dem benachbarten Boothill (Friedhof): Hier liegt George Johnson. Gehängt durch einen Fehler 1882. Er hatte Recht, wir unrecht, aber wir zogen ihn hoch und nun ist er gegangen.

Das war damals. Was wird uns heute erwarten? Werden unsere Vorstellungen von Amerika Wirklichkeit? Finden wir die grenzenlose Weite und Freiheit?

Unser erster Morgen in völliger Einsamkeit. Bei strahlend blauem Himmel genossen wir unser Frühstück. Plötzlich kam ein Braunbär hinter unserem Wohnmobil hervor und schlenderte völlig unbeeindruckt vor uns über den Platz. Aufregung. Das Essen ins Auto, den Fotoapparat raus. Der Bär ließ sich willig fotografieren, zog brummelnd noch einmal an uns vorbei und verschwand wieder im Wald. Noch lange beeindruckte uns dieser majestätische Auftritt.

Wir folgen im Westen der USA den Rocky Mountains, fahren durch die Staaten Arizona, Utah, Idaho, Montana und werden einige der schönsten Nationalparks unserer Erde besuchen.

Wie überall auf der Welt zieht es die Menschen in die Städte. Auf dem Land leben nur wenige Menschen. Waren es in Arizona noch 15 Einwohner pro Quadratkilometer, so leben in Wyoming und Montana nur noch zwei Menschen pro km². Da hat sich an der Bevölkerungszahl seit den alten Westernzeiten nicht viel verändert. Orte wie Castle Dam, Fremont oder Price, wurden schon 100 Kilometer vorher angekündigt, erwiesen sich dann als kleine Dörfer, bei denen man sich unwillkürlich fragt, wovon die Leute leben. Die Wirtschaftskrise zeigt sich in den vielen zum Verkauf stehenden Immobilien.


Reisen ist kinderleicht

Das Reisen in Amerika ist kinderleicht. Alle Orte sind hervorragend ausgeschildert, die Straßen sind nummeriert und die Städte schachbrettartig angelegt. Überall ist genügend Platz zum Halten, zum Einkaufen, zum Picknicken. Beherrschend in den Orten ist eine breite Main­street. Die Häuser sind einfache Bungalows aus Holz. Zur Straße hin gibt es Rasen, keine Zäune, keine Hecken. Kein „my home is my castle“. Auf uns wirken die Häuser unpersönlich. Oft wird das Grundstück auch als Lagerplatz für alles Erdenkliche verwendet. Des Amerikaners liebste Freizeitbeschäftigung scheint das Rasenmähen zu sein. Es gibt hier kaum Blumen – aber riesige Rasenflächen.

Schwierige Auswahl

Der Reiseführer bot uns so viele wunderbare Nationalparks an, dass wir ein ganzes Jahr bequem nur Nationalparks besuchen könnten. Die Auswahl fiel schwer, hier ein paar Beispiele:

Am Grand Canyon konnten wir nicht vorbeifahren. Der erste Blick über die Kante war überwältigend. Man kann nur schweigend staunen. Nicht so die Amerikaner! Anscheinend ist alles umso spannender, je mehr durcheinander geredet wird. Wie soll ich den Anblick beschreiben? Tiefe Einschnitte rechts und links bis zum Horizont, hunderte von Metern tief. Gegenüber die Nordkante, das North Rim. Man kann bis zu den Bergen des Lake Powell in Utah schauen, dazwischen eine große Ebene, das Great Basin.

Auch auf den Antelope Canyon waren wir sehr neugierig, wir hatten so viele wie in goldenes Licht getauchte Bilder gesehen, die von diesem Canyon erzählen. Oft sind wir auf unseren Reisen bis an unsere Grenzen gegangen. Auch hier sollte uns ein solches Abenteuer bevorstehen. Wir sehen eine schmale Spalte im Felsboden. Das soll der Eingang sein? Das kann doch nicht wahr sein. Dieser „Riss im Felsen“ konnte doch kein Eingang sein. Es blieb keine Zeit zum Überlegen, unserer Guide wartet. Niemals würde ich glauben, dass wir einem solchen Weg vertrauen! Nach einiger Kletterei und Rutscherei hinab erweiterte sich der Spalt und eröffnete eine wunderbare Welt!

Andächtig staunen

In Jahrtausenden hatten Wasser und Wind in den Sandstein die skurrilsten Formen geschliffen. Das Adrenalin ließ uns alle Höhen- und klaustrophobischen Ängste vergessen, wir konnten nur andächtig staunen. Durch die Sonne entstanden in den schmalen Felsrissen die schönsten Muster. Jede Kurve, jeder Blickwinkel ergab ein neues Bild. Wir schwelgten in goldenen Farben und Formen. Über steile Leitern ging es dann wieder ans Tageslicht. Von oben war nur ein enger Spalt zu sehen, die Schätze der Unterwelt sind gut verborgen.

Unser Weg führt uns weiter zum Bryce Canyon Nationalpark. Er ist berühmt für seine farbenprächtigen weißen, rosa, orangen und roten Felsformationen und seine über 300 Meter tiefen Canyons. Die aus Sandstein bestehenden Wände der Canyons wurden von der Erosion geformt und erinnern an verzierte Türme oder Festungen.

Nachdem wir noch 40 Grad Wärme in Mexiko gewohnt waren, war der Schnee, der uns dann entgegen trieb doch hart. Der Winter hatte den Yellowstone Nationalpark noch voll im Griff! Dichtes Schneetreiben begrüßte uns, je höher wir kamen, auch der Yellowstone See in 2 700 Metern Höhe war noch zugefroren. Trotz des winterlichen Wetters wollten viele hundert Menschen mit uns das weltgrößte Geysir-System bewundern. Am Old Faithfull, einem der größten Geysire, begann das Schauspiel bei dichtem Schneetreiben pünktlich, aber bei dem Grau-in-Grau verpuffte die Show.

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