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REISEABENTEUER Im Wohnmobil nach Peking fahren

BRETTORF - Mitte April startet die Reise in den Fernen Osten. Im September wollen die Brettorfer wieder daheim sein.

Von Ulrich Suttka

BRETTORF - „Einfache Neugierde: Was ist hinter der nächsten Ecke?“ Das habe Gattin Gisela und ihn schon immer gereizt, begründet Christian Jaskulewicz die Reiseleidenschaft der beiden. Demnächst dürfte diese Neugier reichlich gestillt werden, denn auf das Brettorfer Ehepaar wartet ein Reiseabenteuer: mit dem Wohnmobil fünf Monate auf den Spuren des Entdeckers Marco Polo nach Peking hin und zurück. Schon der Blick auf die Karte zeigt: Der Weg ist weit, insgesamt 26 000 Kilometer, und er führt durch manche Gegenden, in denen Touristen ziemlich selten sind, erst recht Wohnmobilisten.

Allein werden sich die erfahrenen Weltenbummler dieser Herausforderung nicht stellen: Zusammen mit neun weiteren Wohnmobil-Fahrern machen sie sich Mitte April auf den Weg duch 13 Länder, betreut vom Reisespezialisten „Perestroika Tours“. Der Name ist Programm, der wilde Osten und die Länder der einstigen Sowjetunion das Metier der Firma. „Auf den Spuren Marco Polos“ ist eines ihrer aufregendsten Angebote. Sie nehmen ihren Kunden den Behördenkram ab und stellen ortskundige Betreuung sicher, die den langen Konvoi begleitet. „Einiges würde ich allein nicht machen, so den Iran“, sagt denn auch der 61-Jährige.

Trotz dieser Absicherung: Auch die Jaskulewiczs müssen sich genau vorbereiten. Der frühere Konstruktionsingenieur bei Atlas Elektronik und seine Frau, 58, Diplom-Gerontologin und Geschäftsführerin bei der Landdienste GmbH, haben sich ein halbes Jahr freigeschaufelt, um den Trip starten zu können. „Wir haben praktisch unsere Altersplanung darauf abgestellt“, so der Brettorfer. Sie seien schon immer viel unterwegs gewesen, um zu sehen, „was hinter dem Horizont ist“. Sohn Michael ist vom Reisevirus längst infiziert: Er weilt gerade in Indien und China. Dass für die Eltern seit einigen Jahren statt Zelt und Rucksack das Wohnmobil angesagt ist: „Ein Zugeständnis an unser Alter.“

Allein das Packen stellt eine logistische Herausforderung dar. Lange Computerlisten liegen vorm Brettorfer, um nichts zu vergessen. Unverzichtbar sind viele Ersatzteile und zwei Reservereifen für das Fahrzeug, einen Rapido, 6,74 Meter lang, 2,16 Meter breit, 127 PS, theoretisch bis zu 154 km/h schnell. Praktisch sind beim Fahren im Konvoi jedoch 60 bis 80 km/h das Maß aller Dinge. Schaufel und Spitzhacke sind auch verstaut: „Die Straßen sind oft schlecht“, so der 61-Jährige.


Nach zunächst kleineren Modellen für die ersten Fernreisen entschieden sich die Brettorfer jetzt für ein größeres Gefährt, allein schon wegen des Lagerraums. Neben den Fahrzeug-Utensilien sind Gartenmöbel, Notfallversorgung und vieles mehr gefragt – einschließlich zehn Pfund einer bestimmten Kaffeesorte samt Trockenmilch. „Ich möchte auf meinen Kaffee einfach nicht verzichten“, gesteht Jaskulewicz. Ebenso mit an Bord: eine ganze Kiste mit Reiseliteratur, mindestens ein Buch pro Land.

Innen bietet das Gefährt alle Bequemlichkeit: Doppelbett, Küchenzeile mit Gas, Gefrierfach, Toilette und Dusche. Dank Filteranlage kann aus jedem Bach trinkbares Wasser produiziert werden.

Das Paar trifft Mitte April in Venedig erstmals auf die anderen Teilnehmer der Marco-Polo-Tour: „Das sind alles interessante Leute“, zeigt sich Jaskulewicz sicher, dass auch in diesem Punkt die Neugier auf Neues gestillt werden dürfte.

Start in Venedig – 13 Visa – Tagebuch im Internet

Die 145-tägige Reise

mit dem Wohnmobil orientiert sich am Entdecker Marco Polo. Daher beginnt sie auch in dessen Heimatstadt Venedig. Über Kleinasien geht es nach Teheran und auf der alten Seidenstraße bis nach Peking. Über die Mongolei fährt der Konvoi nach Burjatien mit Aufenthalt am Baikalsee, weiter nach Irkutsk, Nowosibirsk, Moskau, Minsk nach Warschau. Dort endet die gemeinsame Fahrt über insgesamt rund 24 000 Kilometer.

Überwiegend

im Konvoi sind die zehn Teilnehmer unterwegs. Die Hälfte kommt aus Deutschland, die übrigen aus den Niederlanden und England.

Eine deutsche Reiseleitung begleitet die Gruppe die gesamte Zeit. Ab Einreise in den Iran wird die Gruppe zusätzlich von einheimischen Dolmetschern/Guides begleitet, so Perestroika Tours.

Zwei Zwei Personalausweise

waren im Vorfeld nötig, damit alle 13 Visa pünktlich beantragt werden konnten. Bei jeweils zwei Botschaften wären die Antragsverfahren parallel gelaufen, berichtet Jaskulewicz. Ohnehin sei die Reise mit viel Bürokratie verbunden: So würden oft die Ein- und Ausreise bestätigt, an den Grenzen seien oft sieben Stunden und mehr einzuplanen, bis der Konvoi abgefertigt sei.

Per Satellitentelefon,

Handy, E-Mail und Internet bleibt das Ehepaar mit der Heimat in Kontakt. Auf seiner Homepage veröffentlicht Christian Jaskulewicz ein aktuelles Tagebuch mit Impressionen der Abenteuerreise.

Die Reiseberichte unter www.hinterdemhorizont.com
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