Wildeshausen - Der Geruch von frischen Backwaren umweht die Geldautomaten in der Volksbank Wildeshausen. Wer aus dem nasskalten Wetter durch die Tür tritt, erblickt Michael Isensee, der gerade ein paar Frühstücksbrötchen auf dem Schneidebrett vor sich verteilt. Der Backwaren-Prüfer pickt sich eines heraus, wendet es, beäugt es kritisch von allen Seiten und begeht dann den Crash-Test: Er drückt mit der flachen Hand auf die Kruste. Es macht Knack, der Prüfer ist zufrieden.

Einmal im Jahr testet das Institut für Qualitätssicherung von Backwaren (IOBack) die Erzeugnisse der Bäckereien Schnittker und Kolloge öffentlichkeitswirksam im Eingangsbereich der Volksbank in Wildeshausen. Dabei werden 16 verschiedene Brötchen und Brote auf Form und Aussehen, Oberfläche und Kruste, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie Geruch und Geschmack geprüft. Den Aufwand teilen sich in Wildeshausen die beiden Bäckereien.

Nachdem sich der Fachmann davon überzeugt hat, dass der Boden des Brötchens nach oben schön rund abschließt und keine dunklen Flecken das Eindrucksbild verschlechtern, wirft er einen weiteren Blick auf die Kruste. „Wenn die Risse in der Kruste gefenstert sind, ist es ganz ausgebacken.“ Verbraucher sollten auch auf kleine Bläschen achten, die vom Aufgehen zeugen. Er schneidet es auf. „Am Messer darf nichts kleben bleiben“, sagt Michael Isensee. Nun ist die Krume dran. Isensee findet im Brötcheninnern sofort einen Makel: Ein Luftloch. „Das passiert, wenn die Oberfläche vor dem Backen zu trocken wird.“ Bei zwei von fünf aufgeschnittenen Brötchen findet sich das Malheur. Dann reißt er ein Stück der Krume heraus und steckt es sich in den Mund. Der Test ist abgeschlossen.

Während des ganzen Vorganges achten Maria Witte von der Bäckerei Schnittker und Bäcker Wolfgang Kolloge auf jeden gefundenen Makel. Michael Isensee erstellt Zeugnisse für jedes Produkt. Hat es einen Makel, wird auch vermerkt, wie er entstanden ist. „So sehen wir, was wir verkehrt machen und können das Optimum herausholen“, sagt Wolfgang Kolloge. Sich für den Test extra Mühe gegeben hätten die beiden Bäckereien nicht. „Das würde sich nicht lohnen, sonst bekommen wir ja die Fehler nicht heraus“, sagt Maria Witte. Sämtliche getesteten Backwaren kämen aus dem normalen Betrieb. „Wenn man sich für den Test extra Mühe gibt, geht oft alles in die Hose“, will Michael Isensee beobachtet haben.