Wildeshausen - 21 verschiedene Krankheitsarten listen die Kassen auf. Im Landkreis Oldenburg entfallen 56 Prozent der Krankschreibungen auf vier Hauptbereiche. Auf Platz eins liegen die Muskel-Skelett-Erkrankungen (21,9 Prozent), gefolgt von Verletzungen (13,5), Atemwegserkrankungen (11,9) und psychischen Leiden (9,7). Allerdings gibt es je nach Berufsgruppe deutliche Verschiebungen bei der Reihenfolge und des Anteils (NWZ  berichtete).

Im Dienstleistungsbereich ist im Landkreis der Anteil der Atemwegserkrankungen überproportional hoch (16,1 Prozent), im Sozial- und Gesundheitswesen der der psychischen Erkrankungen (16,9). Und im verarbeitenden Gewerbe liegen Muskel- und Skeletterkrankungen (23,4) weit vorn. In der AOK-Studie hat Thomas Kurt Eckert auch die Spitzenreiter in den einzelnen Krankheitssegmenten aufgelistet. Und da liegt die Bronchitis (einschließlich Atemwegsinfektionen) mit 57,5 Prozent an der Spitze der Symptome.

Im Bereich der psychischen Erkrankungen dominieren Depressionen und Belastungsstörungen mit 47,7 Prozent. Die Gruppe der Muskel- und Skelettbeschwerden wird im Volksmund gern auch „Rücken“ genannt. Das kommt nicht von ungefähr. 45,7 Prozent der Krankschreibungen in diesem Bereich entfallen auf Rückenschmerzen und Bandscheibenschäden. Hinzu kommen noch Schulterbeschwerden auf Platz drei.

In der Gruppe der Verletzungen finden sich u.a. auch klassische Sportverletzungen, die für Krankschreibungen sorgen. 28,5 Prozent in dieser Gruppe entfallen auf Zerrungen oder Verstauchungen im Knie- oder Fußgelenk.

Ein Unfall auf der morgendlichen Joggingrunde hat zwar mit dem Arbeitsplatz nichts zu tun. Trotzdem sieht Eckert durchaus einen Zusammenhang zwischen Gesundheitsmanagement im Unternehmen und dem Krankenstand. „Firmen, die etwas für die Gesundheit ihrer Mitarbeiter tun, erhöhen die Motivation und senken den Krankenstand nachweislich“, sagen Eckert und Bernd Wessel, der als Marktbereichsleiter u.a. das Servicezentrum Wildeshausen leitet.


Zwar liege der Landkreis mit einem Krankenstand von 5,1 Tage pro Arbeitnehmer und Jahr noch leicht unter dem Landesschnitt. Branchen- und Unternehmen-abhängig gäbe es aber große Schwankungen, so die AOK-Experten.

Jasper Rittner
Jasper Rittner Chefreporter Oldenburg-Stadt/Ammerland