BRüNING - Zum dritten Mal hatte Günter Niehaus zum großen Tannenbaumschlagen geladen. Meist kam die ganze Familie.
Von Markus Minten
BRÜNING - Manche Ganderkeseer haben es gar nicht abwarten können. Die ersten waren schon vor 9 Uhr da, berichtet Günter Niehaus. Aber das kenne ich ja schon. Bereits zum dritten Mal hat er das Weihnachtsbaumschlagen mit NWZ und Volksbank Ganderkesee-Hude zu einem echten Familienfest gemacht. 111 Tannenbaumschecks hatten die Unternehmen verschenkt 93 waren bis zum Abend eingelöst. Doch auch viele Kunden ohne Gutschein hatten das Angebot zum Selbersägen angenommen. Und wer nicht zur Säge greifen wollte, dem halfen die beiden Söhne des Hauses, Stefan und Thorsten, gern. Sogar an Eilige hatte Niehaus gedacht und einige Bäume schon zuvor geschlagen. Und um der ständig wachsenden Nachfrage nach Nordmanntannen (Niehaus: So schnell können die gar nicht wachsen) nachkommen zu können, hatte er extra knapp 100 Stück des beliebten Baumes zugekauft.Das ist ein echtes Erlebnis. Besser als am Stand zu kaufen, verriet Thomas Drews seinen Antrieb, den Baum dieses Jahr selber aus dem Wald zu holen. Zumal er auf die tatkräftige Unterstützung seines sechsjährigen Sohnes Jannis setzen konnte. Nachdem endlich der richtige Baum gefunden war, verriet der: Wir haben ganz schön lange gesucht. Aber es macht Spaß. Schnell war Stefan Niehaus zur Stelle, um den Fünf-Meter-Baum zu fällen und auf das gewünschte Maß von gut zwei Meter zu stutzen. Letzte Hand legten dann Vater und Sohn mit der Bügelsäge an, damit die stattliche Küstentanne (Drews: Die entwickelt so einen schönen eigenen Geruch) daheim auch in den Ständer passt.
Viel Zeit gelassen, den richtigen Baum zu finden haben sich auch André (11) und Rainer Stebner. So eine Stunde sind wir schon hier. Allerdings wurde die Zeit nicht nur zum Baumsuchen genutzt. Zur Stärkung gab es zwischendurch auf der Niehausschen Terrasse Glühwein, Punsch und Kekse. Der Baum, den André schließlich mit Mama ausgeguckt und mit Papa zum Anhänger getragen hat, wird Weihnachten festlich rot und gold geschmückt die Terrasse zieren. Für die Stube ist er mit knapp drei Meter nämlich zu hoch.
Und damit lief die Entscheidung bei den Stebners wie in fast allen Familien: Meist wird zusammen geguckt, die Mutter oder die Kinder haben aber das letzte Wort, hat Günter Niehaus beobachtet.
Über eine Vorzugsbehandlung durfte sich indes Ramona Linnemann freuen. Ihr ging Gernot Ganter höchstpersönlich zur Hand. Mit der Kettensäge fällte das NWZ -Maskottchen der Ganderkeseerin ihren Baum. Dabei ließ sie sich wie all die anderen auch vom unwirtlichen Wetter nicht abschrecken, das zwischen leichtem Nieselregen und heftigen Schauern schwankte.
Wer seinen Gutschein noch nicht eingelöst hat, kann das in den kommenden Tagen tun. Bis Weihnachten kann jeder kommen, natürlich auch zahlende Kunden, verspricht ein zufriedener Niehaus, der selbst dem Dauerregen etwas Gutes abgewinnen konnte: Da kann man die Bäume wenigstens gut sehen. Im vergangenen Jahr hatte eine zentimeterdicke Schneeschicht zwar für perfekt vorweihnachtliche Stimmung gesorgt, die Auswahl der Bäume aber erheblich erschwert.
