BRüNING - „Ein Filetbaum.“ Helge Treiber konnte sich eine schelmische Bemerkung nicht verkneifen, als er das gute Stück in ganzer Schönheit vor sich sah. Mehr als eine halbe Stunde war seine fünfköpfige Familie am Sonnabend durch die Schonung von Günter Niehaus gestreift, um beim Weihnachtsbaumschlagen von NWZ und LzO die „richtige“ Küstentanne zu finden. Am Ende entschieden sich die Treibers ganz demokratisch für ein Teilstück aus einem großen Baum – das allerdings am Boden doch irgendwie anders wirkte als noch in luftiger Höhe.

111 Weihnachtsbaumschecks waren bei der Aktion verschenkt worden. Um die 80 Stück wurden am Sonnabend bereits bis kurz nach Mittag eingelöst – was im kleinen Brüning zeitweise zu einem großen Besucherstrom führte. Weil in seinem Wäldchen teils recht große Blau- und Küstentannen stehen, hatte Niehaus kleinere Nordmann-Tannen als Alternative hinzugekauft.

Insbesondere viele Familien allerdings wollten den Streifzug durchs Wäldchen nicht missen. Ihre Kinder hätten das in einem Film so gesehen, erläuterte Andrea Treiber, während sich Ehemann Helge angesichts des großen und hohen Angebots verschmitzt lächelnd schon „am Rande der Überforderung“ wähnte.

Ziemlich schnell fündig wurden ein paar Meter weiter die Hollmanns – die in diesem Jahr allerdings nur einen kleinen Weihnachtsbaum suchten. Apropos klein: Auch ohne Zollstock wussten viele ganz genau, wie hoch das grüne Stück denn sein dürfe: Einen Baum „so groß wie Papa“ suchten beispielsweise Leonie und Marleen Charzinski, sieben bzw. drei Jahre alt. In Metern entspreche das etwa 1,80, erläuterte ihre Mutter.

Meistens von Kindern umringt war NWZ -Ganter Gernot, der an diesem Tage mitunter eine „tragende Rolle“ übernahm – und half, die von Thorsten Niehaus nach Wunsch abgesägten Tannen aus dem Wäldchen zu bugsieren. Auch für abgesägte Zweige gab es Interessenten: „Die sind sehr gut geeignet zum Abdecken meiner Rosen“, erklärte Peter Hasselberg und trug das Grün zum Wagen.


Übrigens: Damit niemand frieren musste, bot Günter Niehaus in seinem Terrassenanbau Glühwein und Bratwurst an. Er selbst kam allerdings wegen des Trubels erst gegen 14.30 Uhr zu einem ersten Aufwärm-Päuschen.