BRüSSEL/HANNOVER - Auf Europas Straßen gehen ab 2011 auch tagsüber die Lichter an. Die EU-Kommission hat am Mittwoch beschlossen, so genannte Tagfahrleuchten für alle neuen Fahrzeugtypen verpflichtend vorzuschreiben.
„Tagfahrlicht macht Personen- und Lastwagen sowie Busse besser erkennbar und verbessert damit die Sicherheit im Straßenverkehr“, begründet Industriekommissar Günter Verheugen die Initiative. Er beruft sich auf wissenschaftliche Erkenntnisse, wonach mit Tagfahrlicht ausgestattete Fahrzeuge früher und deutlicher von allen Verkehrsteilnehmern erkannt werden.
Die Regelung soll ab dem 7. Februar 2011 zunächst für alle neuen Pkw- und Transportertypen gelten, 18 Monate später (August 2012) auch für alle Nutzfahrzeuge (Lastwagen und Busse).
Die neue Technik ist einfach: Sobald der Fahrer den Motor anlässt, schaltet sich das Tagfahrlicht automatisch an. Es muss nicht so hell sein wie die Hauptscheinwerfer (Abblendlicht), aber stärker als Standlicht. In Deutschland rüsten die Hersteller Audi und BMW bereits einige Modelle mit Tagfahrlicht aus.
Nach Angaben der EU-Kommission ist Tagfahrlicht in ökologischer Hinsicht unproblematisch, der Spritverbrauch auf 100 Kilometern erhöhe sich lediglich um 0,05 Liter. Brüssel verspricht sich von der neuen Gesetzesinitiative eine Senkung der Zahl der Verkehrstoten in Europa um bis zu 2000 Menschen.
Der Deutsche Verkehrssicherheitsrat in Bonn begrüßt die Einführung von Tagfahrlicht. Auch Niedersachsen erwartet mehr Verkehrssicherheit. „Vor der verpflichtenden Einführung ist aber ein Modellversuch nötig“, sagte der Sprecher des Wirtschaftsministeriums, Christian Haegele, der NWZ .
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