BRüSSEL - Angler sind als ruhige Menschen bekannt. Doch sie können auch in Rage geraten. „Der absolut größte Unfug, der je aus Brüssel kam“, schimpft der Präsident des Verbands deutscher Sportfischer, Peter Mohnert. Der Unmut richtet sich gegen einen Entwurf der EU-Kommission, die die Fischerei besser überwachen möchte. Darin nimmt sie sich auch Freizeit-Hochseeangler vor.

Sie schlägt konkret vor, dass Fänge von Hobbyanglern – im Meer – registriert werden sollen, sofern es sich um Fischarten handelt, deren Bestände durch Erholungsprogramme geschützt werden. Schließlich liege der Anteil der Freizeitfischer am Fang einzelner Arten bei 50 Prozent, so eine EU-Sprecherin.

Mohnert hingegen spricht von drei bis acht Prozent. Es sei unverhältnismäßig, Fänge der Sportfischer registrieren zu wollen. „Wie sollen allein in Deutschland 28 000 Boote überwacht werden, wenn die EU nicht einmal den Überblick über weniger als 1000 Berufskutter behält“, fragt er weiter.

Noch können Angler hoffen, dass am Ende nichts aus dem Vorschlag wird. Unter Diplomaten heißt es, wegen des Aufwands gebe es bei einigen EU-Staaten Vorbehalte.