Hude - Marterpfahl, Kaktus, Büffel: Der 9. Geburtstag von Bücherwurm Hudefix steht kurz bevor. In diesem Jahr lautet das Motto der Huder Fantasie- und Märchentage „Hudefix und der Wilde Westen“. „Unser Bücherwurm wünscht sich eine Fantasiereise zu den Indianern, Trappern und Cowboys“, erzählt der Erfinder des Maskottchens, Peter Schlöndorff, schmunzelnd.
Der 69-Jährige und sein neunköpfiges Team stecken mitten in den Vorbereitungen. Schlöndorffs Werkstatt verwandelt sich nach und nach in einen Schauplatz des Wilden Westens. Bereits vor einem Jahr entstand die Idee, in diesem Jahr eine Kulisse rund um den Silbersee zu schaffen. Seit Februar dieses Jahres werkelt der gelernte Schaufensterdekorateur an Gebirgslandschaft, Kakteen, Marterpfahl und Co. Zwei weitere Kulissenbauer unterstützen ihn, der Rest des Teams erfindet passende Spiele und kümmert sich um Werbung. „Der Aufwand, den wir da betreiben, ist immens. Eigentlich ist es schade, dass die Märchentage nur zwei Tage dauern“, bedauert Schlöndorff. Aber da die Räumlichkeiten der Peter-Ustinov-Schule am Montag wieder gebraucht werden, sei eine Verlängerung nicht möglich.
Märchenbegeistert war Schlöndorff nicht immer. Die Faszination entstand erst vor einigen Jahren: Der Huder hatte ein eigenes Atelier in der alten Landbäckerei in Vielstedt. Der Bäcker lebte noch in dem Gebäude und war ein begeisterter Geschichtenerzähler. Nach dem Tod des alten Mannes widmete Schlöndorff ihm eine Elfen-Trilogie, in der der Bäcker eine Hauptrolle spielt. „In der Geschichte war ich total gefangen“, berichtet Schlöndorff. Eine Freundin empfahl ihm dann den Besuch der Märchentage in Lauf bei Nürnberg. „Das hat mich total fasziniert, mit welch einfachen Dingen man viele Menschen für Märchen begeistern kann“, so der 69-Jährige.
Die Idee für die Huder Fantasie- und Märchentage war geboren. Allerdings wollte Schlöndorff ursprünglich Jugendliche und Erwachsene ansprechen. „Das funktioniert hier aber nicht“, musste Schlöndorff feststellen. Heute richtet er die Märchentage für Kinder aus. Und das erfolgreich: Kamen im ersten Jahr noch rund 200 Besucher, waren es in den vergangenen Jahren bis zu 500.
Die Besucher der diesjährigen Fantasie- und Märchentage erwartet am 26. und 27. Oktober, jeweils von 14 bis 18 Uhr, in der Peter Ustinov-Schule ein buntes Programm – allerdings hätten nicht alle Angebote etwas mit dem Wilden Westen zu tun, erklärt Schlöndorff.
Für einige Programmpunkte baut Schlöndorff die Spielgeräte. So fertigt er Hufeisen, mit denen die Kinder werfen müssen, und malt einen Büffel auf eine Platte, auf die die Kinder mit Pfeil und Bogen schießen müssen. „Viele Eltern holen sich bei mir Anregungen für ihren Kindergeburtstag“, berichtet Schlöndorff nicht ohne Stolz.
Für die Lagerung der Kulissen und Spielgeräte braucht der Handwerker allerdings mehr Platz. Wer einen Lagerraum kostengünstig zur Verfügung stellen kann, möge sich bei Schlöndorff unter
„Viele fragen mich, warum ich mir die Arbeit antue“, verrät der 69-Jährige, „die Antwort ist leicht. Es macht mir Spaß und es hält mich jung.“ Sein schönstes Erlebnis: Eine ältere Frau umarmte ihn bei den Märchentagen und sagte: „Schön, dass Hude Sie hat.“
