Oldenburg - Noch fressen die Kühe von Bauer Diers das Gras auf der großen Wiese oberhalb des Waterender Wegs, das Sonja Diers dort für sie mähen kann. Dass die Wiese dafür bald nicht mehr zur Verfügung steht, ist schade für den Milchhof, aber es ist wirtschaftlich auch ein sehr gutes Zeichen. Denn die Büfa, der das Grundstück gehört, erweitert und baut dort im nächsten Jahr ein neues Lager. Den Wall mit den Bäumen, der es begrenzt, lässt das Unternehmen stehen. Das Gebäude wird für die nötige Automatisierungstechnik 15 Meter hoch, die bisherigen Gebäude sind 11 Meter hoch.
Insgesamt will Büfa in diesem und den nächsten beiden Jahren an drei Standorten in und um Oldenburg etwa 30 Millionen Euro investieren. Fast acht Millionen davon fließen in den Standort Ohmstede. Damit sollen vor allem räumliche Engpässe beseitigt, betriebliche Abläufe optimiert und digitalisiert und Wachstumsperspektiven eröffnet werden. Die Chemie-Gruppe versteht das auch als „Zeichen der Verbundenheit des Unternehmens mit der Region“.
In Ohmstede werden die Lagerkapazitäten um rund 3000 Paletten-Stellplätze vergrößert. Zudem ist ein neues Labor geplant, in dem künftig mehr ökologische Reinigungsprodukte entwickelt werden sollen.
Der Betrieb an der August-Hanken-Straße, den Thomas Siemer führt, hat 2015 den Umsatz mit 100 Mitarbeitern auf 23 Millionen Euro gesteigert. Büfa Reinigungssysteme ist in eher kleinen Bereichen wie der hochwertigen Chemischen Reinigung zwar spezialisiert (mit Kunden bis Neuseeland) und hat eine marktführende Stellung, sieht aber derzeit keine Wachstumsperspektive. Wäschereihygiene und Lebensmittelhygiene entwickeln sich hingegen hervorragend. Büfa ist zum Beispiel der Partner, wenn Unternehmen im Lebensmittelbereich nachts präzise gereinigt werden müssen – von Coppenrath & Wiese über Heidemark bis Rügenwalder Mühle.
Ein weiterer Ausbaubereich für Büfa Reinigungssysteme sind ökologische Produkte wie Sodasan und deren direkter Vertrieb.
Die Chemie-Gruppe, die seit über 130 Jahren besteht und bis heute in Familienhand ist, hat ihren Sitz am Stubbenweg in Etzhorn und beschäftigt den allergrößten Teil der fast 500 Mitarbeiter in Oldenburg, Rastede und Hude. Der Umsatz wurde 2015 um 9 Prozent auf 236 Millionen Euro gesteigert, so Geschäftsführer Ralf Ramke. In diesem Jahr ist erneut ein Wachstum von 7,5 Prozent auf 253 Millionen Euro geplant, kündigte Felix Thalmann, der Vorsitzende der Geschäftsführung, am Freitag an.
