Oldenburg/Hude/Rastede - Die Unternehmensgruppe um die Oldenburger Büfa-Holding wächst dynamisch, stößt an Kapazitätsgrenzen und will an ihren drei großen Standorten im Oldenburger Raum – in Rastede (Composite-Systeme), Oldenburg (Reinigung & Hygiene) und in den nächsten Jahren auch in Hude (Chemikalien) – kräftig investieren, wie Geschäftsführer Felix Thalmann am Freitag erläuterte. Demnach nimmt Büfa bis 2018 fast 30 Millionen Euro in die Hand. Im Mittelpunkt stünden Erweiterungen in Lagerung und Logistik, aber auch Prozess-Optimierung, Digitalisierung und Sicherheit, sagte Thalmann.
Das Oldenburger Traditionsunternehmen ist 2015 stark gewachsen. Der Gruppenumsatz stieg auf 236 Millionen Euro – das bedeute ein Plus von fast zehn Prozent, erläuterte Ralf Ramke als Finanz-Geschäftsführer der Gruppe. Für 2016 werden bereits 253 Millionen Euro angepeilt. Die Ertragslage sei (bei einem Betriebsgewinn/Ebit von 7,1 Millionen Euro) „insgesamt zufriedenstellend“. Die Firmenschaubilder zeigen auch für die nächsten Jahre Wachstumspläne für den Umsatz an. Auch die Mitarbeiterzahl (knapp 500) könnte leicht steigen. „Es werden hier Arbeitsplätze gesichert und keine Produktion ins Ausland verlagert“, betonte Thalmann die Verbundenheit des 1883 gegründeten Familienunternehmens mit der Region.
Hintergrund sind günstige Trends, in denen Büfa tätig ist. Dazu zählen etwa der zunehmende Leichtbau bei Autos, neue Technologien im Brandschutz, Ressourcenschonung bei Reinigung, zudem weitere Vertriebsschienen, innovative Produkte und mehr Export (zurzeit 48 Prozent Anteil).
Die Geschäftsfelder von Büfa im Überblick: Chemikalien: Dieser Bereich, der 1000 Industriebetriebe beliefert, hat zwei große Distributionsstandorte: Hude-Altmoorhausen und Almelo in den Niederlanden. Mit 143 Mitarbeitern erzielt man rund 103 Millionen Euro Umsatz. In Altmoorhausen, an der A28, laufen erste Planungen für eine neue Halle, wie Geschäftsführer Ronald Ijzer erläuterte. Dies soll bis Ende des Jahres konkretisiert werden, dann sollen die üblichen Verfahren anlaufen. Reinigung & Hygiene: Dieser Bereich mit Standorten in Oldenburg-Ohmstede und Uplengen (Sodasan) erzielt mit 103 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 23 Millionen Euro. Es geht um Textilreinigung, Wäschereihygiene und Oberflächenreinigung (etwa in der Lebensmittelproduktion) und zunehmend Öko-Waschmittel (Sodasan). In Oldenburg-Ohmstede soll Ende 2016 eine Erweiterung um rund 3200 Quadratmeter Grundfläche anlaufen, in der ersten Phase werden 6,6 Millionen Euro investiert, erläuterte Geschäftsführer Thomas Siemer. Composite-Systeme mit Standorten in Rastede, Oldenburg sowie Polen, Estland und Spanien erzielten rund 110 Millionen Euro Umsatz (194 Mitarbeiter). Die Produkte (spezielle Harze, auch Brandschutz) findet man etwa im Schienenfahrzeug- und Autobau, Bootsbau, Windkraft- und Schwimmbadausrüstung. In den nächsten Tagen soll die Standorterweiterung in Rastede anlaufen. Es geht um 3000 Stellplätze in einem neuen Hochregallager, wie Geschäftsführer Dirk Punke erläuterte. Rund zwölf Millionen Euro werden investiert.
Büfa, seit Jahren einer der Vorreiter in der Region bei Themen wie Beruf & Familie oder Ausbildung, engagiert sich auch stark bei Flüchtlingen. Man ist Gründungsmitglied beim Verein „pro:connect“, der Unternehmen und Flüchtlinge in der Region zusammenbringt. Derzeit machen vier Flüchtlinge bei Büfa ein Praktikum. „Alle haben die Aussicht, in eine feste Anstellung übernommen zu werden“, so Thalmann. Den Ausbildungsbeauftragten würden interkulturelle Trainings ermöglicht.
