Streekermoor/Huntlosen - Rechtzeitig zum zehnjährigen Bestehen des Projektes „Landschaftspflege mit Wasserbüffeln“ und pünktlich zum „Tag der Regionen“ im Oktober 2011 hatte die Wasserbüffelherde von Rita und Peter Biel aus Streekermoor vor zwei Jahren der Büffelfarm Hatten Nachwuchs beschert. Nach Mutter „Bea“ bekam Tochter „Bianca“ das Büffelbaby „Bonny“ und bildete damit die dritte Generation auf der Weide am Forsthaus in Huntlosen.

In diesem Jahr hat nun die zweijährige „Bonny“ mit „Bonita“ bereits ihr erstes Kuhkalb bekommen und zeigt damit deutlich, wie wohl sich Wasserbüffel offenbar in der Region fühlen. Nachdem Zuchtbulle „Billy“, bundesweit bekannt geworden durch den NDR-Film in der Serie „NaturNah“, mit „Hera“ im Oktober auf der Weide von Gut Sannum in Huntlosen erstmals Nachwuchs bekommen hat, ist der Tierbestand der Büffelfarm auf nunmehr 30 Tiere angewachsen.

„Was vor 15 Jahren vielerorts noch Unverständnis und Verwunderung ausgelöste, als wir die ersten Wasserbüffel ins Oldenburger Land holten“, freut sich Peter Biel, „ist mittlerweile in zahlreichen Projekten im Landschafts- und Naturschutz in Deutschland unverzichtbar geworden“. Es wird überall bestätigt, dass der Wasserbüffel aufgrund seiner Robustheit und Vielfältigkeit nicht nur ein wertvoller Helfer im ganzjährigen Einsatz geworden ist, sondern sich wegen seines friedfertigen Charakters und attraktiven Erscheinungsbildes vielerorts zu einer touristischen Attraktion entwickelt hat. Ebenso stehen der echte Mozzarella aus der Büffelmilch sowie die Fleisch und Wurstprodukte ganz oben auf der Liste der Feinschmecker und Gourmets in Deutschland. Auf die Verwendung der Büffelmilch zur Käseproduktion haben Rita und Peter Biel aber bewusst verzichtet, denn sie wollen kräftigen und widerstandsfähigen Nachwuchs, der ganzjährig auf der Weide sein kann – da ist der Kontakt zum Muttertier und Versorgung mit der Muttermilch sowie die soziale Bindung zur Herde für sie unabdingbar. „Wir pflegen einen täglichen engen Kontakt zu den Tieren“ so der Hatter Züchter, „das fördert nicht nur das Vertrauensverhältnis zwischen Mensch und Tier, es erleichtert auch die Pflege und Versorgung bis hin zur Kennzeichnung des Nachwuchses schon am Tag der Geburt – ohne dass die Mutter rebellisch wird.“

Die Zuchterfolg bereiten den Biels viel Freude, allerdings auch ein Problem. „Wir werden bald an die Grenzen unserer Möglichkeiten stoßen, wenn 20 weibliche Tiere unserer Herde Nachwuchs bekommen und die Weidekapazitäten nicht mehr ausreichen“, fürchtet Peter Biel. Deshalb wünscht sich das Züchterehepaar Kooperationen mit Naturschutzorganisationen, Behörden und der Landwirtschaft in der Gemeinde Hatten oder im Landkreis Oldenburg.