Bümmerstede - Es liegen nur zwei Flaschen und eine Tüte mit Müll vor den Containern. „Ausnahmsweise“, sagt einer der Bümmersteder und macht vor, wie man an anderen Tagen über den Dreck anderer Leute steigen müsse, um überhaupt an die Öffnungen für Weiß-, Grün- und Braunglas zu kommen oder Altkleider zu entsorgen. Der Platz an der Ecke Waldmannsweg/Hoikenweg, auf dem die drei Sammelcontainer stehen, ist so oft völlig verdreckt, dass bei manchem Anwohner vor Ärger die Nerven blank liegen.
Eine Gruppe von Mitgliedern der Siedlergemeinschaft Bümmersteder Tredde hat sich am Freitag an dem Platz eingefunden, um die Lage zu schildern, ihrem Unmut Luft zu machen, aber auch Verbesserungsvorschläge vorzutragen. Sie wissen, dass es an anderen Containerplätzen im Stadtgebiet das gleiche Problem gibt (NWZ berichtete). „Dieser Platz mitten im Wohngebiet liegt auch auf dem Weg vieler Kindergarten- und Schulkinder, und die dort liegenden Teile erwecken natürlich ihre Neugier und lassen sie darin herumstöbern“, erzählt Siegfried Schliedermann, 1. Vorsitzender der Siedlergemeinschaft.
Leider könne man diese Container oftmals nicht nutzen, da vor ihnen Müll abgeladen werde, sagt er. Und die Gruppe fängt an aufzuzählen: „Kühlschrank, Ölkanister, Farbeimer, Trimmrad, Möbel, Rasenmäher.“ Manchmal nehme auch jemand etwas mit und bringe wieder neuen Müll her. Ja, man wisse schon, dass die Müllentsorger nicht aus weiter Entfernung kämen, um ihren Unrat hier abzulegen. „Die wohnen hier und schicken auch ihre Kinder mit Müll zum Container“, sagt einer und erntet Kopfnicken. Konkreter will er nicht werden.
Regelmäßig lasse der Abfallwirtschaftsbetrieb den Müll abfahren, so Siegfried Schliedermann. „Aber schon am nächsten Tag sieht es wieder fast genauso aus wie vorher.“ Es sei für die Stadt mit weniger Aufwand verbunden, den Müll nur abzutransportieren, als andere Lösungen zu finden, meinen die Anwohner. Schliedermann berichtet: „Nachbarn haben schon angekündigt, ab nächstem Jahr keine Abfallgebühren mehr zu zahlen und stattdessen ihren Müll ebenfalls wild zu entsorgen. Es bleibt ja ohne Konsequenzen.“
Die Siedlergemeinschaft beteilige sich regelmäßig an der Aktion „Oldenburg räumt auf“, um ihr Umfeld sauber zu halten. „Gegen die illegale Müllentsorgung sind wir aber auch machtlos“, sagt der 1. Vorsitzende, der aber nicht resignieren will. Er wünscht sich eine bessere Kommunikation mit der Stadt und dem Abfallwirtschaftsbetrieb. „Wir könnten darüber reden, ob man die Flyer verteilt, auf denen in verschiedenen Sprachen der Umgang mit den Containern erklärt wird.“
Eine Frau schlägt vor: „Oder man sagt, einmal im Monat wird an diesem Platz kostenlos Sperrmüll abgefahren.“ Und ein Mann hat die Idee: „Wir könnten auch jedes Mal eine Anzeige gegen unbekannt bei der Polizei erstatten. Wenn das so 20 Leute machen, passiert vielleicht mal was.“
Alle möchten gern eine Lösung. Sie sind aber auch davon überzeugt: „Je öfter die Stadt den Müll abfährt, desto mehr Müll wird das am Container.“
