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NWZonline.de Nachrichten Wirtschaft

Bünting will Telepoint-Märkte verkaufen

25.11.2016

Leer /Oldenburg Die Leeraner Bünting-Gruppe (u.a. Famila, Combi) prüft angesichts des schwierigen Geschäfts mit Unterhaltungselektronik den Verkauf ihrer Telepoint-Märkte. Wie diese Zeitung aus Branchenkreisen erfuhr, soll möglichst noch bis Ende dieses Jahres ein Investor oder mehrere Investoren gefunden werden, die Standorte oder auch die Bünting-Tochter als Ganzes übernehmen.

Ein wichtiges Kriterium bei einer möglichen Veräußerung sei, dass den betroffenen Mitarbeitern möglichst eine Zukunftsperspektive eröffnet wird. Finde sich in den kommenden Wochen kein Investor, könnten erste Standorte aber auch bereits im Frühjahr geschlossen werden, hieß es aus dem Unternehmensfeld.

Bünting selbst wollte sich auf Anfrage im Detail nicht äußern, bestätigte aber im Grundsatz die Pläne. „Im Sinne einer nachhaltigen Unternehmensentwicklung überprüfen wir verschiedene Optionen, sowohl für unsere Standorte als auch für das Gesamtunternehmen Telepoint, um insbesondere im Hinblick auf unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter eine optimale Lösung zu erreichen“, sagte eine Bünting-Sprecherin auf Anfrage. Eine abschließende Entscheidung hierzu gebe es derzeit jedoch noch nicht.

Bereits in den vergangenen Monaten hatte sich Bünting von mehreren Telepoint-Standorten getrennt. Ende März schloss der Markt in Hameln. Im August machte der Standort in Oldenburg-Wechloy dicht. Hier zieht jetzt der französische Sportartikler Decathlon ein. Zum 1. Dezember übernimmt der Elektro-Fachhändler Expert überdies die Filiale in Brake. Zudem wird sich Ende März 2017 nicht nur „Famila“ sondern auch Telepoint aus dem Leeraner Emspark zurückziehen.

Nach der Schließung der Filialen in Brake und Leer verbleiben damit noch zehn Standorte (Borken, Bramsche, Cloppenburg, Dülmen, Jever, Lemgo, Oldenburg, Vechta, Wildeshausen und Quakenbrück). Knapp 350 Mitarbeiter sind für Telepoint tätig. Bünting hatte die 1986 gegründete Kette 2007 von Wöltje (Oldenburg) übernommen.

Bünting weist als Begründung für den möglichen Verkauf darauf hin, dass die Branche der Unterhaltungselektronik seit Jahren unter Druck steht. „Der zunehmenden Konkurrenz aus dem Internet und dem sich verschärfenden Preisdruck kann sich auch Telepoint nicht entziehen“, sagte die Bünting-Sprecherin.

Neben der allgemein schwierigen Lage im Bereich Unterhaltungselektronik, die in den vergangenen Jahren auch Branchengrößen wie Media-Markt und Saturn zu schaffen machte, dürfte aber auch der Umstrukturierungskurs bei der Bünting-Gruppe selbst eine Rolle spielen. Das Handelsunternehmen hatte in den vergangenen Jahren einen expansiven Kurs betrieben und mehrere Lebensmittel-Ketten (Minipreis, Jibi, Coma) übernommen.

Der Integrationsprozess gestaltete sich aber offenbar langwieriger und kostenintensiver als gedacht, wie aus Branchenkreisen zu hören ist. Wohl auch deshalb war schon im Geschäftsjahr 2014 der Jahresüberschuss spürbar von 11,1 Millionen Euro auf 1,3 Millionen Euro gesunken. 2015 ist Bünting laut „Lebensmittel-Zeitung“ sogar in die roten Zahlen gerutscht.

Im zurzeit laufenden Transformationsprozess spielen deshalb auch Kosteneinsparungen, straffere Strukturen und die Verringerung geschäftlicher Risiken eine große Rolle. „Bünting zieht die sichere Mieteinnahme der unsicheren Geschäftsentwicklung im Geschäft mit Consumer Electronics vor“, sagte ein Branchenbeobachter im Sommer etwa über die Trennung vom größten Telepoint-Standort in Oldenburg-Wechloy.

Jörg Schürmeyer
Redakteur
Wirtschaftsredaktion
Tel:
0441 9988 2041

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Bünting | Telepoint | Famila | Media-Markt | Jibi

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