Brettorf - Kalkulierbare Gewerbesteuereinnahmen, Wertschöpfung vor Ort, Investitionsmöglichkeiten für Ge-meindebürger bei hoher Rendite, Wahrung von Interessen der Grundeigentümer, alles aus einer Hand und ein Pro-jektierungsrisiko bei der Volksbank Wildeshauser Geest sind einige der Argumente, die am Dienstagabend für einen Bürgerwindpark in der Gemeinde Dötlingen zwischen Brettorff und Uhlhorn genannt wurden.

Über 120 Einwohner kamen zur ersten Bürgerversammlung zu diesem Thema in den Schützenhof Brettorf. Eingangs stellte Dötlingens Bürgermeister Heino Pauka die Eckdaten des Großvorhabens vor, das er als größtes Infrastruktur-Projekt nach dem Bau des Erdgasporenspeichers bezeichnete. Eine Information, die noch vor der Sitzung des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses, der sich am Donnerstag mit dem Thema befassen wird, gegeben werden sollte.

„Jetzt ist es soweit, über konkrete Standorte sprechen zu können“, skizzierte Pauka den Planungsstand und die Hintergründe für das Vorhaben. Das Großprojekt sei für die Gemeinde von besonderer Bedeutung, denn seit 2010 gebe es keinen ausgeglichenen Haushalt mehr. „Neue Gewerbesteuerquellen sind dringend nötig.“ Windenergie sei nicht nur politisch gewollt, sondern bringe auch eine planerische Größe von Steuereinnahmen.

Thomas Aufleger vom Planungsbüro NWP in Oldenburg zeigte den langen Weg bis zur möglichen Standortfindung auf. Am Ende seien von zunächst drei möglichen Flächen nur noch zwei als realisierbar geblieben. Sie liegen in den Gemeindebereichen Haidhäuser beziehungsweise Mekelstroth.

Aufleger berichtete, dass bis Ende März die Ergebnisse aus Vogel- und Fledermauszählungen vorliegen würden. Um die baurechtlichen Grundlagen zu schaffen, muss dann der Flächennutzungsplan im üblichen Bauleitverfahren geändert werden. Beratungsauftakt ist an diesem Donnerstag, 7. März, 18 Uhr, bei der Sitzung des Bau-, Straßen- und Verkehrsausschusses im Neerstedter Rathaus.


Hermann Raschen, Bankleiter der Neerstedter Filiale der Volksbank Wildeshauser Geest, schilderte die finanziellen Rahmenbedingungen. Die Gesamtinvestitionssumme für die insgesamt zehn Windkraftanlagen soll bei 50 Millionen Euro€ liegen. Für die Bürgerbeteiligung ist eine Eigenkapitalquote von insgesamt 6,25 Millionen Euro vorgesehen. Eine Mindestbeteiligung soll 3 000 Euro betragen, die Höchstbeteiligung 50 000 Euro. Jeder Volljährige aus der Gemeinde Dötlingen könne die Beteiligung zeichnen.

Gegründet werden soll die VR-Energiepark Brettorf GmbH & Co KG. Das Projektierungsrisiko würde die VR-Energieprojekte Dötlingen GmbH tragen. Kommanditisten sind die Bürgerwindpark Dötlingen GBR und die Eigentümerwindpark Brettorf.

Harri Brendler schilderte für die Bürgerwindpark GBR die große und einmalige Chance, ein solches Vorhaben unter Beteiligung der Einwohner zu starten.

Nach der Vorstellung hatten die Zuhörer dann die Gelegenheit, Fragen zu den Details zu dem Vorhaben zu stellen.