Brake - Über Klimaschutz zu sprechen, ist eine Sache. Tatsächlich aber Gewohnheiten ändern, um Treibhausgasemissionen zu vermeiden, ist eine andere. Das zeigte sich am Donnerstagabend beim dritten Workshop im Rathaus zur Erarbeitung eines Klimaschutzkonzepts für die Stadt Brake. Diesmal waren alle Bürger eingeladen, ihre Vorstellungen und konkreten Maßnahmen zur C02-Reduzierung einzubringen. Aber nur ein Braker nutzte dieses Angebot.
Untätig blieben die Workshopteilnehmer – Vertreter von Behörden und Unternehmen sowie aus Politik und Verwaltung – dennoch nicht. In drei Arbeitsgruppen zu unterschiedlichen Themenbereichen trugen sie zahlreiche Vorschläge zusammen, die nun von „BEKS Energieeffizienz GmbH“ aus Bremen, die diesen Prozess steuert, ausgewertet und gewichtet werden. Im Spätherbst, schätzt Bernd Langer von „BEKS“, wird der erste Entwurf des Klimaschutzkonzeptes fertig sein. Offiziell soll es im Februar 2014 vom Rat verabschiedet werden.
Ein Vorschlag aus der Runde betraf die energetische Gebäudesanierung. Hier wurde es als wesentlich erachtet, dass die Handwerksfirmen der Region, die diese Arbeiten in der Regel ausführen, eingebunden werden sollen in das Klimaschutzkonzept. Durch Qualifizierungsmaßnahmen soll sichergestellt werden dass die Handwerker ihre Materialien und die Art der Arbeiten auf die Klimaschutzziele ausrichten.
Für Unternehmen und Dienstleister, so ein weiteres erklärtes Ziel, soll das Beratungsangebot ausgeweitet werden, um auch diese anzuregen, klimaschützende Maßnahmen in ihren Betrieben umzusetzen.
Verbesserung des ÖPNV-Angebots, die Förderung der Fahrradnutzung oder die Möglichkeit, Fahrräder mitnehmen zu lassen, waren weitere Vorschläge. Diskutiert wurde außerdem, ob es möglich ist, dass die Schnellfähre Brake-Sandstedt flüssiges Biogas anstelle des bisherigen Treibstoffs verwenden kann.
Nach „BEKS“-Berechnungen hat die Stadt Brake im Jahr 2011 insgesamt 181 Kilotonnen C02-Emissionen ausgestoßen. Diese Mengen stammen zu 23 Prozent aus den Haushalten, zu 56 Prozent aus der Wirtschaft und zu 20 Prozent vom Verkehr. Straßenbeleuchtung und die Beleuchtung kommunaler Gebäude ergeben das verbleibende eine Prozent. Umgerechnet auf die Einwohner, hat jeder Braker damit zwölf Tonnen „erzeugt“. Gemessen an den von der Bundesregierung vorgegebenen Klimaschutzzielen, müsste der C02-Ausstoß bis 2020 von 181 auf 109 und bis 2050 auf 36 Kilotonnen gesenkt werden.
