Beverbruch - Wie an der Perlenkette rollen schwere Lastwagen und Pkw über die Großenkneter und die Beverbrucher Straße (L 871). „Zu Spitzenzeiten 450 bis 550 Fahrzeuge“, berichtet Norbert Budde. Budde, neuer Vorsitzender des Bürgervereins Beverbruch, ist der Meinung, in Beverbruch müsse dringend etwas geschehen. Bei einem Vor-Ort-Termin informierten Budde und weitere Beverbrucher über die aus ihrer Sicht unhaltbare Situation in ihrem Ort. „50 Stundenkilometer fahren hier nur die wenigsten“, schimpft Norbert Budde. Nicht selten setzen Autofahrer schon innerhalb der Ortschaft zum Überholen an. „Das hier ist eine Raserstrecke.“
Um ihren Ort sicherer zu machen, haben sie konkrete Vorschläge: Zunächst soll das Ortseingangsschild in Richtung Garrel bis hinter die Südstraße versetzt werden – rund 500 Meter. Denn die etwa 15 Kinder aus der Siedlung Blumenstraße/Ringstraße/Zur Staatsweide, die mit dem Bus zur Schule fahren, müssen die vielbefahrene Landesstraße überqueren. Aus Sicht der Eltern sehr gefährlich, denn gerade in der Zeit zwischen sechs und acht Uhr am Morgen sei das Verkehrsaufkommen enorm, schildert Conny Otten.
Garrels Bürgermeister Andreas Bartels unterstützt die Wünsche: „Ich kann das Ansinnen nur befürworten, da es die Sicherheit der Kinder verbessert“, so Bartels im Gespräch mit der NWZ . Die Gemeinde werde sich zudem für eine bessere Ausleuchtung im Bereich der dortigen Bushaltestelle einsetzen, kündigte Bartels an.
Für Conny Otten und Melanie Marks, Mütter von schulpflichtigen Kindern in der Siedlung, wäre eine Fußgängerampel über die Landesstraße der sicherste Weg. Dafür haben sie schon Unterschriften gesammelt.
Die Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr sagt, dass die Gemeinde eine „Dunkelampel“ beantragen könnte. Diese Ampel ist zunächst für alle Verkehrsteilnehmer dunkel und zeigt erst bei Berührung Lichtsignale an. Die Kosten dafür müsse aber die Gemeinde tragen.
Die „Verkehrskommission Schulweg“ des Landkreises Cloppenburg hatte im Dezember das Verkehrsaufkommen auf der Landesstraße überprüft, Resultat: „Aufgrund der sehr geringen Fußgängerquerungen und der festgestellten Verkehrslage wurden die erforderlichen Verkehrszahlen für die Anordnung einer Fußgänger-Lichtsignalanlage nicht erreicht“, teilte Frank Beumker, Pressesprecher des Landkreises Cloppenburg, am Donnerstag auf Nachfrage der NWZ mit.
Eine Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit habe nicht festgestellt werden können, so der Landkreis, es würden aber weiterhin Geschwindigkeitsüberwachungen durchgeführt.
Die „Verkehrskommission Schulweg“ hat aber einen anderen Vorschlag, die Sicherheit zu erhöhen: Die Bushaltestelle an der Südstraße könnte in den Bereich der Siedlung an der Straße Zur Staatsweide verlegt werden.
Der Kreis weist auf ein anderes Problem hin: Bei einem Ortstermin hätten viele Schulkinder kein Licht an ihren Fahrrädern eingeschaltet gehabt und keine reflektierende Kleidung getragen.
Die Notwendigkeit, die Ortstafel an der L 871 zu versetzen, wird nicht gesehen. Dagegen ist geplant, die Ortstafel am Beverbrucher Damm weiter in Richtung Nikolausdorf zu versetzen, so Kreissprecher Beumker. Ein Überholverbot auf der L 871 werde ebenfalls nicht angeordnet.
