Scharrel - Seit Mittwoch haben Migranten und Flüchtlinge mit dem Treffpunkt „Café International“ einen Ort, an dem sie sich in gemütlicher Runde austauschen und an gemeinsamen Aktionen teilnehmen können. Jeden Mittwoch ist der Treffpunkt im alten Pfarrhaus Scharrel, An der Kirche 8, von 15 bis 17 Uhr für sie geöffnet. Vorbereitet wurde er von der Steuerungsgruppe des Christlichen Willkommenskreises Saterland.
Vorab stellten Vertreter des ehrenamtlichen Willkommenkreises das „Café International“ am Vormittag vor. Wie Heinz Schröer aus Strücklingen berichtete, habe sich aus den Treffen des Willkommenskreises eine Steuerungsgruppe gebildet, die zwischen den Treffen unter anderem Projekte vorbereitet. Nach vielen Diskussionen seien zwei Projekt entstanden.
Wichtige Adressen
Zum einen wurde ein Willkommensheft erstellt. Dieses, so Schröer, befinde sich derzeit in der Fertigstellung und solle in verschiedene Sprachen übersetzt werden. In dem Heft sind wichtige Adresse von Schulen, Kleiderkammern, Lebensmittelausgabestellen, Sportvereinen, Kindergärten, Ärzten und Beratungsstellen im Saterland vermerkt. Bilder veranschaulichen die Informationen. Eine Liste mit weiteren Vereinen soll noch beigelegt werden.
Ebenso enthält das Heft einen Hinweis auf das „Café International“, das zweite Projekt. Das alte Pfarrhaus haben die Mitglieder bewusst gewählt, da es sich in Nähe der Grundschule befindet. Dort gibt es mittwochs von 17 bis 17.30 Uhr die Lebensmittelausgabe der Carla. So können die Flüchtlinge vor der Ausgabe den Treffpunkt besuchen. Extra für den Start des Cafés am Mittwoch wurden Willkommenszettel an die Tafelbezieher verteilt.
Bei jeden Treffen ist angedacht, dass jemand des Willkommenkreises dabei ist. Stefan Menke der beim Caritas-Sozialwerk (Geschäftsstelle Friesoythe) im Bereich Migration tätig ist, wolle alle 14 Tage vor Ort sein und die Flüchtlinge fachkundig beraten. Regina Bunger von der Gemeindecaritas für das Dekanat Friesoythe: „Beim Treffpunkt soll eine Verbindung stattfinden.“ So gibt es Gelegenheit, sich bei Tee und Kaffee auszutauschen, miteinander zu kochen, backen, basteln oder nähen.
Vorurteile könnten abgebaut werden, sagte Pastor Florian Bortfeldt von der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde Idafehn. Die Kirchengemeinde Idafehn betreut derzeit die Familie Ahmetovic aus Bosnien (die NWZ berichtete).
Vereine ins Boot holen
Sascha Ahmetovic soll ab und an bei den Treffen als Dolmetscher (Roma und Serbokroatisch) fungieren.
Ebenso sollen Vereine mit ins Boot geholt werden. Vertreter der Vereine könnten manchmal bei den Treffen dabei sein und über ihr Angebot informieren. So wird den Vereinen ein Gesicht gegeben. Auch könnten die Flüchtlinge die deutsche Sprache durch die Treffen nebenbei lernen.
Zunächst, so waren sich alle einig, sei es wichtig, die Menschen zusammen zu führen. Alles andere ergebe sich dann von selbst. Wie Leonhard Rosenbaum, stellvertretender Bürgermeister, sagte, sei es für die Gemeinde eine Herausforderung, die Flüchtlinge unterzubringen und gut zu betreuen. Schon in den 90er Jahren habe man aber die Integration von Aussiedlern gut hinbekommen. „Wenn wir es gemeinsam angehen, werden wir es schaffen“, sagte Rosenbaum. „Je stärker der Integrationswille der Flüchtlinge und der persönliche Einsatz, desto höher sind die Chancen, nicht abgeschoben zu werden“, sagte Pastor Bortfeldt.
