Cloppenburg - Geht es nach dem Landkreis, dann fließt er bald durch alle Straßen in der Region, der öffentliche Personennahverkehr, kurz ÖPNV, und erfährt durch ein gut ausgebautes Streckennetz mit günstigen Abfahrtzeiten eine hohe Auslastung. Das eigene Auto verkommt zur Nebensache, denn Bus und Bahn sind so smart, dass sie jeder gern nutzt.

Um zu prüfen, ob und wenn ja wie ein solches Vorhaben im Kreis umgesetzt werden kann, wird derzeit ein Konzept zur Optimierung des ÖPNV erstellt. Ein Jahr hat das beauftragte Planungsbüro Zeit, eine zukunftsweisende Lösung in Sachen Bus- und Bahnverkehr auf den Tisch zu legen. 115 000 Euro wurden dafür genehmigt – „Plus oder minus, wobei wohl mehr plus“ wird, wie es am Montagmittag bei einem Pressegespräch im Kreishaus hieß.

Im Beisein der Bürgermeister aller Kommunen im Landkreis sowie Landrat Hans Eveslage stellte Projektleiter Horst Benz von der Trapeze Mobilitätsberatung aus Darmstadt das weitere Vorgehen vor. Mit am Tisch saßen auch Mitarbeiter des Schulamts, denn dem ist der ÖPNV unterstellt. Grund: Derzeit ist der Busverkehr vor allem auf die Schülerbeförderung ausgerichtet. Das soll nun anders werden, wie Eveslage betonte. Denn: Die Schülerzahlen sinken aufgrund des demografischen Wandels, gleichzeitig wächst der Mobilitätsbedarf der älteren Mitbürger im Landkreis. Darüber hinaus gelte es, den Kreis attraktiv zu halten, um im Wettbewerb der Regionen als Wohn- und Arbeitsort zu punkten. Ein Umstand, der vor allem die Kommunen umtreibt. Und dann sei da noch der Umweltgedanke.

Als erstes wird nun der Ist-Zustand erfasst, dann soll der Bedarf der Bürger im Kreis ermittelt werden. Eventuell durch Workshops, auf jeden Fall, so kristallisierte sich in dem Gespräch durch Anregung der Bürgermeister heraus, sollen auch all jene Institute, Vereine und Verbände mit ins Boot geholt und befragt werden, die einzelne Interessensgruppen, so beispielsweise die Senioren, vertreten und deren Bedürfnisse erläutern können.

Zwischendurch muss dann noch mal die Politik entscheiden, in welche Richtung der Ausbau erfolgen soll – „vorwiegend für Berufspendler, wie im Landkreis Vechta, oder eher für Bürger, die am Wochenende Ausflüge unternehmen oder einkaufen fahren wollen“, erläuterte Benz. Doch nicht nur das Streckennetz an sich, auch die Tarifstruktur und das Buchungssystem bis hin zur Information über Fahrpläne kommt auf den Prüfstand und soll reformiert werden.

Alle Bürger sind aufgefordert, sich an der Ideenfindung zu beteiligen. Vorschläge sollten per Mail ans Planungsteam unter mobilitaet@lkclp.de gesendet werden.

Anuschka Kramer
Anuschka Kramer Team Nord