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„Bürger sollen eher ruhig gestellt werden“

Betrifft:

Geplantes Gewerbe- und Industriegebiet an der B 211:

Vorweg gesagt, mache ich dem Bürgermeister und seinen langjährigen Ratsmitgliedern wegen unsachgemäßer Amtsführung keinen Vorwurf. Haushaltskasse stimmt, die Lebensqualität in unserer Gemeinde ist bislang gut.

Sorgen habe ich jetzt mit dem Wort „bislang“ in meiner Überlegung zum geplanten uneingeschränkten Industriegebiet. Denn bislang wurden doch häufig Vorschläge zum Fortschritt der Gemeindeentwicklung einleitend mit dem Satz „Wir wollen sanfte… (Bauplanung, Tourismus usw.) von Seiten der Politik und Verwaltung ausgebremst. Wundert es jetzt, dass sich stark der Eindruck vermittelt, dass hier ein Vorhaben vehement und schnell durchgedrückt werden soll? Fordert es nicht geradezu zum Argwohn auf? Der soziologische Lebenslagenansatz ist längst nicht mehr „nur“ ein Instrument zur Armutsanalyse. Auch Gesundheit und Wohnsituation sind wesentliche wissenschaftlich gut untersuchte Bereiche der präventionsorientierten Umwelt- und Sozialmedizin. Erfahrungen an vielen Orten mit angesiedelten Industrien zeigten in der Vergangenheit immer wieder, dass trotz vorgeschriebener Auflagen, die Realität im Nachhinein oftmals negative Resultate für die Bevölkerung aufwiesen. Diese Ergebnisse kamen aus

unabhängigen Forschungsinstituten.

Die mir aber öffentlich zugänglichen Planungsunterlagen des Industriegebietes sehe ich eher skeptisch (...).

Es geht mir nicht um Stimmungsmache oder Panikverbreitung. Es geht mir um einen vernünftigen Konsens. Grundlage ist aber die Gewissheit, dass mit offenen Karten gespielt wird. Bislang vermittelt sich mir der Eindruck, das Bürger und Bürgerinnen eher ruhig gestellt werden sollen. Ich sehe noch nicht die ernsthafte Absicht der Einbindung durch ein Gesprächs seitens Politik und Verwaltung.

Laut Aussage des Bürgermeisters ist ein Industriegebiet kein rechtsfreier Raum, nur zu uns passende Betriebe sollen sich hier ansiedeln. Wer bestimmt die Passgenauigkeit? Wer bezahlt die Zeche, wenn es nicht passt für die nachfolgende Generation? (...)


Magdalena Bode-Wilbers

Loy

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