Berne - Eigentlich geht es nur um Sand. Der ist Berner Bürgern aber wichtig. Schließlich geht es um den Sand an „ihrem“ Strand, der Juliusplate. Und dort fehlen die Mineralkörner, die den Strand erst zu einem solchen machen.
Einer der Bürger, die sich um ihren Strand sorgen, ist Stefan Kistner: „Ich kenne den Strand seit mehr als 30 Jahren.“ Mit sieben Jahren sei er erstmals hier gewesen, erzählt der 43-Jährige. „Aber was noch davon übrig ist, ist traurig.“ Oben wachse er langsam zu und unten werde immer mehr Sand weggespült. Durch die Sturmfluten des Winters sei vor dem Sommerdeich bereits ein großer Pril entstanden. Da könne das Wasser möglicherweise zum Campingplatz durchbrechen. „Wenn nichts passiert, ist der Strand in zehn Jahren ganz weg“, befürchtet nicht nur Kistner. Was ihn und seine Mitstreiter Inge Bober, Mario Gundlach und Frank Neumann zudem ärgert: Andernorts sehe es besser aus. „Wenn man nach Oberhammelwarden guckt, wird man richtig neidisch.“
Auch seine Gäste fragten immer wieder: „Was ist mit dem Strand los“, ergänzt Campingplatzbetreiber Olaf Brammer. Von den bis zu 300 Gästen, die im Sommer zeitgleich den Platz belegten, kämen viele von der anderen Weserseite. „Aber an der Waterfront für ein paar Millionen Sand hinspülen“, schüttelt Brammer nur den Kopf. Er sieht hier auch die Politik in der Pflicht, Druck zu machen.
Auch Jürgen Schwane von der Genossenschaft Berne 2020 fordert, dass der Strand Juliusplate in der Prioritätenliste „wieder weiter nach oben rückt“. Für Mario Gundlach ist es „ein Drama, dass es jeder weiß und nichts passiert.“
Die Gemeinde Berne, an die sich die Bürger in ihrer Not gewendet haben, verweist auf die Zuständigkeiten. Und beim Strand lägen die bei der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. „Die Gemeinde Berne ist seit einigen Jahren, zusammen mit dem Pächter des Campingplatzes und der örtlichen Gastronomie, mit der WSV im Gespräch, um zu erreichen, dass Strandabschnitte wieder mit Sand aufgespült werden“, heißt es in einem Antwortschreiben an Mario Gundlach. „Trotz gemachter Zusagen ist es noch nicht umgesetzt worden. Wir werden aber in der Sache weiterhin am Ball bleiben.“
Aber Rüdiger Oltmanns vom Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Bremen (WSA) hat keine guten Nachrichten für die Gruppe. „Eine Aufspülung ist in diesem Jahr an der Juliusplate nicht geplant. Wir werden im August am Harriersand Sand aufschütten“, sagt er. An der Juliusplate habe eine Sandaufspülung nicht die höchste Priorität, da es bei dieser Maßnahme auch immer um den Hochwasser- und Deichschutz gehe. An der Juliusplate liege der Deich jedoch weit hinter dem Strand zurück und sei durch diese Vorlandfläche gut geschützt.

