Achternholt - „Ich glaube, das ist die erste Einbahnstraße in der Gemeinde Wardenburg.“ Axel Pape steht am Töpfereiweg und versteht die Welt nicht mehr. Seit vergangenem Mittwoch stehen „Durchfahrt verboten“-Schilder an der Abzweigung Böseler Straße/Töpfereiweg. „Einbahnstraße“ steht an der Ecke zum Kirchweg, an dem Papes Lohnbetrieb liegt.
Keine Bürgerbeteiligung
Bisher konnten die aus Richtung Oberlethe kommenden Landmaschinen unkompliziert über den Töpfereiweg in den Kirchweg gelangen. „Das war gar kein Problem, denn die Straße ist von überall gut einzusehen“, sagt Pape. Nun müssen die Fahrzeuge einen Umweg durch die schmale Wiesenstraße nehmen. „Wie soll das erst werden, wenn der landwirtschaftliche Verkehr wieder zunimmt?“, fragt Pape. Die Linkskurve von der Wiesenstraße zu seinem Betrieb sei für Fahrzeuge dieser Größenordnung nicht zu nehmen, ohne über den Grünstreifen zu fahren.
Gespräche darüber, dass der Töpfereiweg zu einer Einbahnstraße werden soll, habe es im vergangenen Jahr gegeben. Nun seien die Schilder aber einfach dorthin gesetzt worden – ohne vorherige Bürgerbeteiligung. „Hier geht es um einen Nachbarschaftsstreit, und die Gemeinde lässt sich von einem Anlieger, der auch noch für die Gemeinde arbeitet, instrumentalisieren“, meint ein verärgerter Anwohner.
Axel Pape und der Achternholter Franz Schulte haben derweil die Unterschriftenaktion „Wir wollen keine Einbahnstraßenregelung im Töpfereiweg“ gestartet. „Wir haben schon rund 170 Unterschriften zusammen“, freut sich Schulte über den Zusammenhalt der Achternholter.
Ratsherr verwundert
Zu den rund 450 Dorfbewohnern zählt auch CDU-Ratsherr Eckhard Heinje, der ebenso überrascht war von der neuen Einbahnstraße-Regelung. „Bei der Wegebereisung wurde darüber gesprochen und im Ausschuss wurde darüber informiert, dass der Antrag eines Bürger vorliegt. Danach habe ich nie wieder etwas davon gehört“, so Heinje. Der Christdemokrat hat jetzt bei der Gemeinde einen Antrag gestellt, die Einbahnstraßen-Regelung im Töpfereiweg in dem Teilabschnitt zwischen Kirchweg und der K 149 unverzüglich aufzuheben. Seiner Meinung nach führt die neue Regelung zu einer Verschlechterung der Verkehrsverhältnisse. „Am Wochenende sind schon ein Rettungs- und ein Notarztwagen verkehrt herum in die Straße gefahren“, wurde Schulte von einem Nachbarn berichtet.
Nach Angabe von Bürgermeisterin Martina Noske ist die Einbahnstraßen-Regelung probeweise eingerichtet worden. Entstanden sei die Idee dazu bei einer Bereisung des Straßenbauausschusses. Da die Straße in dem besagten Abschnitt sehr schmal sei und von den breiten landwirtschaftlichen Maschinen des Lohnbetriebs Pape genutzt werde, müsste bei Begegnungsverkehr einer der Verkehrsteilnehmer komplett zurücksetzen. Auch sei während des Ortstermins kein Argument zu hören gewesen, dass durch die Einbahnstraßen-Regelung Nachteile für die Anlieger entstehen, so Noske.
Bei der Sitzung des Hoch- und Tiefbauausschusses an diesem Donnerstag ab 17 Uhr im Rathaus wollen Anlieger in der Bürgerfragestunde noch einmal nachfassen, kündigte Schulte an.

