von ulrich schönborn
Frage: Welche Auswirkungen befürchten Sie durch den Ausbau des Gleises?
krambeck: Es wird in Accum erheblich lauter werden. Einige Grundstücke, insbesondere in der Nileg-Siedlung, sind nur 80 Meter vom Gleis entfernt. Auch die Grundschule Glarum ist betroffen. Messungen haben ergeben, dass ein mit 30 Stundenkilometern fahrender Zug schon jetzt bis zu 74 Dezibel Lärm erzeugt. Der Grenzwert für ein Wohngebiet liegt bei 55 Dezibel. Mit Inbetriebnahme des Jade-Weser-Ports werden deutlich mehr Züge deutlich schneller die Strecke passieren. Eine Auswirkung, die wir schon jetzt spüren, sind sinkende Grundstückswerte. Niemand will in Accum Immobilien kaufen, so lange nicht klar ist, was mit der Bahnstrecke passiert.
Frage: welche Forderungen stellen Sie?
krambeck: Wir unterstützen die positive Entwicklung in Wilhelmshaven. Wir wollen aber auch, dass die rund 1000 Einwohner unseres schönen Ortes vor möglichen Lärmbelästigungen geschützt werden. Da uns völlig klar ist, dass es keine Alternative zu der Streckenführung gibt, fordern wir entsprechende Lärmschutzmaßnahmen.
Frage: Welche Möglichkeiten haben Sie, diese Forderung durchzusetzen?
krambeck: Wir wissen die Stadt Schortens an unserer Seite. Bürgermeister Gerhard Böhling hat uns zugesagt, dass er unsere Forderungen voll und ganz unterstützt. Der Bürgerverein wird zudem am Planfeststellungsverfahren für den Streckenausbau beteiligt, bei dem es auch um den Lärmschutz geht. Uns ist aber klar, dass wir viel Geduld brauchen.
Die Bahn baut das Industriestammgleis als Zufahrt zum Jade-Weser-Port aus und plant bei Accum einen Begegnungsbahnhof. Fragen dazu an den Vorsitzenden des Bürgervereins Accum, Heinz Krambeck.
