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Bürger wollen Sicherheit und neue Trasse

Betrifft: „

Klare Priorität für Lärmschutz am Gleis“ (NWZ vom 24. Juni)

Was kann man von Herren wie Stadtbaurat Pantel und OB Schwandner erwarten, die ursprünglich zu Oldenburg keine Beziehung hatten und nur durch politische Fügungen hier ihren Posten gefunden haben? Zudem geht der Stadtbaurat Pantel demnächst in Pension (...)

Eine Bahnumgehung ist in erster Linie eine Finanzierungsangelegenheit, die kurzfristig gelöst werden kann. Alles andere ist politisch machbar, wenn man nur will. Die Oldenburger Ratsmitglieder sollten sich überlegen, ob sie nach den Wahlen noch im Amt bleiben wollen. Oldenburger Neubürger und Auswärtige bezeichnen dieses Verhalten bereits als Provinz-Posse. Eine Bürgerbefragung würde mit Sicherheit eine eigene Güterzugtrasse um Oldenburg herum ergeben.

Manfred Pradel

Oldenburg

H

Mit großer Verwunderung mussten die (...) Bürger den jüngsten Stadtratsbeschluss zur Kenntnis nehmen, in dem auf die Forderung nach Prüfung einer Umgehungstrasse zum Jade-Weser-Port im vorgeschriebenen Planfeststellungsverfahren der Bahn letztlich verzichtet wird.

Verschwiegen wird dabei, was Verwaltungsrechts-Experten längst kundtun: Eine wirklich offene wie unabhängig abwägende Prüfung der gesamten Kosten (Bund/DB, Land, Kommunen) und der verschiedenen Betroffenheiten bei alternativen Trassenführungen darf nicht erst innerhalb, sondern muss vor einem Planfeststellungsverfahren erfolgen, weil sonst die Grundsatzentscheidung für die festzustellende Trasse bereits gefallen ist! Diese offene Prüfung ist jedoch nie ernsthaft angestrebt worden.

Stattdessen werden an sich legitime städtische Infrastrukturbelange (Unterführung Alexanderstraße) und Lärmschutz mit der ansteigenden Betroffenheit durch eine auszubauende DB-Trasse mitten durch Oldenburg unzulässig vermengt (...).

Erst zehn Jahre politisch verschlafen, dann wird dem Bürger etwas als politisch aktives Handeln „verkauft“, auf das er – bei Erreichen kritischer Belastungswerte – nach Bundesimmissionsschutzgesetz (BImSchG) ohnehin schon einen einklagbaren Rechtsanspruch hat. (...)


Bärbel Nehring-Kleedehn

Oldenburg

H

Betrifft:

„Bahnanlieger in Angst vor Gefahrengut-Zügen“ (NWZ vom 2. Juli)

(...) Das furchtbare Zugunglück in Viareggio beweist, dass die Befürchtungen der Bahnanlieger in Oldenburg nicht aus der Luft gegriffen sind. Je mehr dieser Güterzüge durch Wohngebiete rollen, umso größer ist die Wahrscheinlichkeit einer derartigen Katastrophe.

Die Bahn legt ihre Gleise da ab oder lässt sie liegen, wo es am billigsten ist, die Betreiber der Güterverkehre sind ganz andere Firmen. (...) Niemand weiß, ob und in welchem Rhythmus die Betreiber oder Vermieter die Waggons überprüfen und warten lassen. Die jüngste Erkenntnis, dass alle Radsätze der Güterzüge den Belastungen nicht standhalten, lässt vermuten, dass diese Informationen bewusst zurückgehalten wurden. So dumm kann niemand sein dass er jahrzehntelang ahnungslos überlastetes Material im Einsatz lässt.

Es kann jetzt nur eine Folgerung aus Viareggio geben: Sofortiger Stopp aller Gütertransporte durch Wohngebiete! Reduzierung der Geschwindigkeit und der Beladung! Prüfung sämtlicher Güterwaggons auf ihren technischen Zustand! Heraufsetzung der Sicherheitsnormen auf das weltweit höchste Niveau!

Und wo immer es geht, den Güterverkehr aus Städten und Gemeinden heraus halten! Kröten und Tüpfelsumpfhühner hin oder her! Viareggio ist eine letzte, furchtbare Mahnung. Wer sie nicht wahrnimmt und entsprechend handelt, ist nicht geeignet, Verantwortung zu tragen.

Dieter Bölter

Oldenburg

*

(...) Es ist sicher, dass der Güterverkehr erheblich zunehmen wird. Sicher ist auch, dass die alte Huntebrücke mit erhöhtem Ausfall reagiert, dadurch die Gleise des Bahnhofs blockiert sind und die Schranken unserer großen Ausfallstraßen mehr geschlossen denn geöffnet sein werden – mit allen Nachteilen eines überlangen Staus, Blockaden der Nebenstraßen (z.B. die Bahnhofsallee ohne Abbiegespur !!) und Nervenschäden bei den Fahrern. Der zusätzliche Lärm und die erhöhte Gefährdung durch Bahnunfälle sind ja hinreichend in der NWZ diskutiert worden.

Von unseren Politikern wird vorausschauende Arbeit erwartet. Vorschläge sollten nicht deshalb abgewürgt werden, nur weil ein anderer – und dann noch von einer anderen Partei – sie zuerst geäußert hat. Lärmschutzzäune und Untertunnelungen sind zunächst wichtig, aber die Langzeitlösung ist nun einmal eine Umgehung mit neuer Brücke über die Hunte. Wenn in den nächsten Jahren diese Prophezeiungen Wirklichkeit werden, dann wächst der Leidensdruck der Bürger und so manches Ratsmitglied wird sich mit einem „das wollte ich ja eigentlich früher schon auf den Weg bringen“ in die Brust werfen. Nur dann sind wertvolle Planungsjahre untätig verronnen. (...) .

Wolfgang Oehrl

Oldenburg

*

Seit Jahren gibt es Stimmen, die im Zusammenhang mit dem Bau des Jade-Weser-Ports vor möglichen Unfällen durch Gefahrengut-Transporte auf den Stadtstrecken u. a. durch Oldenburg warnen, die Interessenvertreter der Bahnanlieger Oldenburg (IBO) haben mehrfach darüber informiert und eine Umgehung gefordert. Noch letzte Woche wurde von einer betroffenen Anliegerin in einem Leserbrief in der NWZ davor gewarnt. Und jetzt passiert etwas, noch im entfernten Italien, und schon oder endlich wird man hier wach. Es wird sogar offensichtlich, dass völlige Unwissenheit über Art und Anzahl der Gefahrguttransporte durch Oldenburg herrscht, sicher ist nur, dass diese Zahl nach Öffnung des Jade-Weser-Ports noch deutlich steigen wird. Aber: Man ist ja vorbereitet, heißt es bei der Stadt . . . Wem es jetzt noch nicht klar war, wen der Lärm nicht stört, der wird spätestens jetzt einsehen: Eine abseits von Wohngebieten geführte Trasse ist die einzige Alternative!

Gunda Tuchenhagen

Oldenburg
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