BüRGERFELDE - Viel Publikum hatte der Ausschuss für Stadtgrün, Umwelt und Klima am Donnerstagabend. Bewohner des Stadtteils Bürgerfelde besetzten sämtliche Besucherstühle im Sitzungssaal des Alten Rathauses, mancher bekam nur noch einen Stehplatz. Der Grund für das große Interesse? Die Grünen hatten das Thema Überschwemmung des Bürgerfelder Teiches bei Starkregenfällen per Antrag auf die Tagesordnung gebracht. Die Verwaltung war aufgefordert worden, die Kosten für eine Entschlammung des Teiches zu benennen.

Die vom Hochwasser betroffenen Bürgerfelder warteten gespannt auf das Ergebnis. Wie berichtet, waren der Bürgerfelder Teich und die durch ihn fließende Südbäke allein im vergangenen Jahr dreimal über die Ufer getreten. Das Wasser hatte Straßen, die Kleingartenanlage, viele Keller und Gärten überschwemmt. Zum Teil kamen sogar Fäkalien aus dem Kanalnetz hoch. Aufgrund des großen Interesses wurde der Tagesordnungspunkt (er stand an achter Stelle) vorgezogen. Außerdem bekamen die Bürger die Gelegenheit, ihre Sorgen vorzutragen.

„Wir fühlen uns von der Verwaltung im Stich gelassen“, sagte beispielsweise Heiko Eichbaum. Der Anwohner des Ellernbroks wies darauf hin, dass es die Probleme mit der Überschwemmung schließlich schon seit Jahren gebe. Noch gut könne er sich an das Hochwasser Ende 2002 erinnern. „Viele Bürgerfelder haben den Eindruck, dass die Stadt das alles auf die leichte Schulter nimmt. Für uns ist es aber schon fünf nach zwölf“, so Eichbaum. Die Bürger pochten darauf, mit Oberbürgermeister Gerd Schwandner persönlich über die Problematik zu sprechen. „Wir werden uns einen Termin bei ihm holen“, kündigte Eichbaum an.

Wann und wie den Bürgerfeldern geholfen werden kann, das stand am Ende der nicht fest. Vereinbart wurde, dass in der Sitzung am 14. Februar über konkrete Schritte und deren zeitliche Reihenfolge berichtet werden soll. Schritte, um das Problem in den Griff zu bekommen, können laut Verwaltung sein: 1. Bau eines Sandfangs, damit die Verschlammung des Teiches nicht weiter fortschreitet; 2. Vergrößerung und Verlegung des Abflusses tiefer in den Teich; 3. Entschlammung (die Kosten schätzt die Stadt auf mindestens 200 000 Euro); 4. Vergrößerung des Teiches.

1978 wurde der rund 2,5 Hektar große Bürgerfelder Teich als Regenrückhaltebecken ausgebaggert. Bei starken Regenfällen trägt die Südbäke Sand und andere Sedimente in das Gewässer. Laut Gerd Hespe vom Sportfischerverein Oldenburg hat sich im ersten Teil des Teiches schon eine Faulschlammschicht von rund 1,5 Meter angesammelt. „Die kann für Mensch und Tier lebensgefährlich sein.“