BüRGERFELDE - Die Stimmung hat sich gedreht: Wo im März noch Unmut und teilweise sogar richtig Ärger in der Luft lag, sind sich nun alle einig. Die Stadtverwaltung stellte am Donnerstagabend die überarbeiteten Ausbaupläne für den östlichen Vahlenhorst vor. Darin sind diesmal viele Forderungen der Anwohner umgesetzt worden.
„Wir sind uns ja damals nicht so ganz einig geworden“, sagte Tiefbauamtsleiter Johann de Buhr vor rund 60 Zuhörern in der Grundschule Babenend – und untertrieb damit leicht. Denn als die Bewohner des Vahlenhorsts im März von den ersten Planungen hörten, waren sie regelrecht geschockt. Sie hörten von einer Verbreiterung der Straße, für die viele Grundbesitzer auf der Südseite ein Teil ihres Gartens hätten verkaufen müssen. Sogar Enteignungsgerüchte machten die Runde (dieNWZ
berichtete).Davon ist jetzt keine Rede mehr. Die neuen Pläne sehen eine 8,75 Meter statt elf Meter breite Bebauung vor. Für die Fahrbahn sind 5,75 Meter statt ursprünglich sechs Meter vorgesehen, auf beiden Seiten soll ein 1,50 Meter breiter Fußweg entstehen. „Das ist nicht üppig, reicht aber aus, um vernünftig zu gehen“, so de Buhr.
Keine Verkehrsinseln
Verkehrsinseln sind aus dem Spiel. Für Entschleunigung sollen die schmale Fahrbahn, parkende Autos sowie rot aufgepflasterte und leicht angehobene Kreuzungsbereiche sorgen. De Buhr: „Das sind die einzigen Hilfen, die wir Ihnen anbieten können, um die Geschwindigkeit der Autos zu reduzieren.“ Er schlug zudem einige Parkbuchten vor, besonders zwischen Ellernbrok und Wittingsbrok, und bekam dazu größtenteils positive Rückmeldungen. Eine Absage erteilte er dagegen der Idee einer Ampel an der Ecke Rauhehorst, stellte aber eine Querungshilfe Richtung Babenend in Aussicht.
Grundstücksankäufe sind bei dieser Planung kaum von Nöten. Bei den Ausnahmen handele es sich laut de Buhr um minimale Flächen. Von den betroffenen Eigentümern seien bereits positive Signale ausgegangen, bestätige auch Anwohnersprecher Rudolf Enselmann. Kurios: Einige Grundstückeigner auf der Südseite der Straße werden sogar die Möglichkeit bekommen, städtische Flächen, die für den Ausbau nun nicht benötigt werden, zu kaufen, um so ihren Garten ein kleines Stück zu vergrößern.
Die Gesamtkosten für den Ausbau des Vahlenhorsts ändern sich auch bei der veränderten Planung kaum. Es bleibe bei rund 1,5 Millionen Euro, sagte Udo Baumann, Fachdienstleiter Verwaltung Straßenbau, wobei die Eigentümer rund die Hälfte zu tragen hätten.
Sehr guter Kompromiss
Enselmann zeigte sich mit der neuen Planung zufrieden. „Wir haben einen sehr guten Kompromiss gefunden.“ Er lobte die Gesprächsbereitschaft des Amtes, das die Anwohnerarbeitsgruppe mehrere Male angehört und einem Ortstermin zugestimmt hatte. Es sei ein Zeichen, dass „die da oben“ auch zuhören würden. Enselmann: „Man muss seine Forderungen aber auch sachlich begründen.“
Der Verkehrsausschuss muss die Pläne noch absegnen. Baubeginn soll dann nach Ostern 2012 sein. Bis Weihnachten kommenden Jahres soll alles fertig sein.
Der Abschnitt des Vahlenhorst zwischen Johann-Justus-Weg und Ellernbrok steht derweil kurz vor der Fertigstellung. Ende kommender Woche werde die Fahrbahn voraussichtlich wieder komplett freigegeben, so de Buhr.
