BüRGERFELDE - Frühstück im Osten, Mittagessen im Süden, Abendbrot im Westen: Anke Hanft und Siegfried Grubitzsch folgen in ihrem Haus dem Lauf der Sonne. Große, bis auf den Boden reichende Fensterfronten geben den Blick in den Garten frei und lassen viel Licht hinein.
Der Garten ist erlebbar, man lebt im Garten, fasst der emeritierte Psychologieprofessor und ehemalige Präsident der Universität Oldenburg die Vorzüge des Hauses zusammen, das er gemeinsam mit seinem Sohn Sören Hanft entwickelt hat. Der lebt in Berlin und betreibt gemeinsam mit Jens Casper ein Architekturbüro. Die Planung hat sich über Jahre hingezogen und ausgezahlt: Das in sich verschachtelte Haus wurde mit dem Landespreis des Bundes deutscher Architekten prämiert.
Das Haus ist lupenrein auf die Bedürfnisse seiner Nutzer zugeschnitten, sagt Grubitzsch, der sich gemeinsam mit Ehefrau Anke Hanft mit Konzeption und Bau einen Lebenstraum erfüllt hat. In der alten Wohnung hat Sören Hanft die Wege-Frequenz und Raumnutzung analysiert, unterteilt in die Bereiche Arbeit und Freizeit. Mein Mann ist ein verhinderter Architekt, wirft Ehefrau Anke Hanft augenzwinkernd ein. Die 56 Jahre alte promovierte Direktorin des Zentrums für lebenslanges Lernen der Universität Oldenburg ist in Bürgerfelde aufgewachsen. Auf dem 8000 Quadratmeter großen Grundstück, das sich seit Generationen in Familienbesitz befindet, hat sie als Kind gespielt.
Der Neubau stellt sich als Einheit aus zwei miteinander verbundenen Teilen dar, die auch separat und unabhängig voneinander nutzbar sind. Unten wird gewohnt, gekocht und gegessen, im Obergeschoss befinden sich die privaten Bereiche. Die Decken sind 3,70 Meter hoch.
Garten und Haus durchdringen sich, schwärmt der Bauherr. Im Zentrum des Wintergartens steht ein alter Olivenbaum, den Grubitzsch zum Geburtstag geschenkt bekommen hat. Beim Gang durch das zu Ostern fertiggestellte Haus tun sich immer wieder neue Bildausschnitte auf, Spiegelungen in den Glasfronten und das Spiel der Sonnenstrahlen üben einen besonderen Reiz aus.
Das Haus bietet allerhöchsten Freizeitwert. Es gibt viele Ecken zum Sitzen und Plätze. Man kann sich genüsslich entspannen, freut sich der 69-Jährige auch im parkähnlichen Garten. Das Schwierigste sei die Auswahl der Baustoffe und die Farbgestaltung gewesen, blickt Grubitzsch zurück, der die Bauleitung dem Oldenburger Unternehmen Knetemann & Partner anvertraute. Zunächst sollte die Fassade verklinkert werden, schließlich entschieden sich die Bauherren für die Verwendung von Holz. Projektleiter Claudius Grothhoff musste viele Herausforderungen meistern. Der Bau ist kein Haus von der Stange.
Mehr Bilder unter a href='http://www.NWZonline.de/fotos-oldenburg
' class='blackb11px' target='_blank'www.NWZonline.de/fotos-oldenburg
Aus der Begründung für die Verleihung des Preises
