BüRGERFELDE - Sie waren zum Teil doch ziemlich überrascht – und das nicht in positivem Sinne: Für die Anlieger der Siebenbürger Straße wird der geplante Straßenausbau teuer, denn knapp 90 Prozent der Kosten werden sie zu tragen haben. Das erfuhren die rund 100 Zuhörer auf einer Bürgerinformation am Mittwochabend in der Grundschule Babenend.

Grund dafür sei, dass Erschließungsbeiträge fällig würden, erklärten Tiefbauamtsleiter Johann de Buhr und Udo Baumann, Fachdienstleiter Verwaltung Straßenbau. „Die Siebenbürger Straße hat noch nie den Qualitätsansprüchen der Stadt Oldenburg entsprochen“, so Baumann. Das bedeutet, dass es zum Beispiel bisher keinen Unterbau und keine anständigen Gehwege gab. Die Straße werde daher erstmalig wirklich hergestellt, weshalb die für die Grundeigentümer günstigeren Straßenausbaubeiträge nur für die Erneuerung der Beleuchtung in Frage kämen. Dies sehe das Baurecht so vor, erklärten die Vertreter der Verwaltung.

Konkret bedeutet das, dass zum Beispiel für ein Anlieger-Grundstück von 500 Quadratmetern mehr als 10 000 Euro zu zahlen sind. Die Gesamtkosten für den Ausbau schätzt die Verwaltung derzeit auf 895 000 Euro. Das sei für einen 340 Meter langen Abschnitt „ziemlich teuer“, gab de Buhr zu. Er begründete dies unter anderem damit, dass die Straße von unten komplett neu aufgebaut und damit tief ausgekoffert werden müsse.

Während viele Zuhörer in Angesicht der Kosten schon ziemlich schlucken mussten, nahm während der Versammlung an der Planung an sich kaum jemand Anstoß. Vorgesehen sind eine 5,50 Meter breite Fahrbahn sowie 1,75 Meter breite Fußwege auf beiden Seiten der Straße. Die Bäume auf der Südseite sowie ein großer Teil des Grabens auf der Nordseite sollen erhalten bleiben, weshalb es mehrere Schwenks im Straßenverlauf geben wird, die auch zur Geschwindigkeitsreduzierung dienen. Die Gräben selbst sollen ausgebaut werden, um mehr Regenwasser aufnehmen zu können. Parkplätze sind derzeit nicht vorgesehen, auf Wunsch der Anwohner könne aber noch nach Möglichkeiten gesucht werden, so de Buhr.

Eine wichtige Veränderung soll es an der Kreuzung der Siebenbürger Straße mit dem Mittelweg/Babenend geben. Da diese sich als Gefahrenpunkt mit mehreren Unfällen erwiesen habe, so de Buhr, ist eine rote Aufpflasterung mit kleinen Rampen geplant. Zudem soll hier künftig rechts vor links gelten.


Nach Ostern 2012 will die Verwaltung mit den Bauarbeiten, die sieben Monate dauern sollen, beginnen. Dabei geht es nur um das Teilstück vom Rauhehorst bis zum Mittelweg. Beim Abschnitt bis zur Alexanderstraße soll zunächst abgewartet werden, wie der dortige Bahnübergang konkret gestaltet werden soll.

Patrick Buck
Patrick Buck Redaktion Oldenburg (Stv. Leitung)