BüRGERFELDE - Die Sackgasse ist vielen nicht bekannt. Zum Glück finden Rettungsdienste hin.

Von Susanne Gloger

BÜRGERFELDE - Sie wohnen im Niemandsland: Die drei Familien an der etwa 70 Meter langen Straße Koppelweide haben sich schon daran gewöhnt, dass sie auf unbekanntem Terrain wohnen. Seit gut anderthalb Jahren existiert die kleine Sackgasse, die vom Vahlenhorst zwischen den Straßen Wittingsbrok und Ellernbrok abgeht. „Doch bisher ist sie in keinem offiziellen Stadtplan zu finden“, weiß Stefanie Hanft.

Sie hat das bisher gelassen hingenommen. Sorgen machte sich die Rechtsanwältin erst, als sie durch einen Behördenkontakt feststellte, dass man auch in der Stadtverwaltung die Koppelweide nicht kannte und sie mit der Koppelstraße (geht vom Damm ab) verwechselte. „Ich habe daraufhin mal bei der Feuerwehr nachgefragt, ob man bei einem Notfall zu uns finden würde. Dort war die Straße auch unbekannt“, berichtet Stefanie Hanft.

Kann das Wohnen an der Koppelweide also lebensgefährlich sein? „Nein“, sagte gestern Hans-Hermann Bulling, stellvertretender Leiter der Oldenburger Berufsfeuerwehr auf Nachfrage der NWZ . In der Einsatzzentrale sei die Koppelweide bekannt. Warum Frau Hanft eine andere Auskunft bekommen habe, könne er sich nicht erklären. „Sobald die Stadt eine neue Straße benannt hat, bekommen wir Nachricht darüber und pflegen den Namen und die Lage in unser Einsatzleitsystem ein“, so Bulling.

Auch bei der Polizei ist die Koppelweide ein Begriff. „Die Anwohner dort können beruhigt sein“, sagt Polizeisprecher Sascha Weiß. „Auch wir bekommen von der Stadt Informationen über neue Straßen und übernehmen sie in unser Computersystem.“ Dennoch rät Weiß Bürgern von Neubaugebieten dazu, im Notfall auch die nächst größere Straße zu nennen.


Die Informationen sind von Amts wegen also geflossen – nur wohl nicht in jede Behörde, wie das Erlebnis von Stefanie Hanft zeigt. Vielleicht hat man dort die Koppelweide auf dem Plan, den Stadt auf ihrer Internetseite anbietet, gesucht. Dort gibt‘s sie nämlich auch nicht. „Das liegt daran, dass wir die Darstellung von Stadtplan-Verlagen kaufen“, erklärt Stadtsprecherin Christiane Maaß. Alle anderthalb bis zwei Jahre fragten diese Verlage nach den neuen Straßen, um sie in ihre Pläne aufzunehmen. „Bei der nächsten Aktualisierung wird die Koppelweide dann auch dabei sein“, so Maaß.

Auf dem neuesten Stand sind auch die Taxifahrer. Sie veröffentlichen in ihrer Fachzeitschrift „Der Innenspiegel“ regelmäßig die neuen Straßen in und um Oldenburg. „Im Notfall weiß man immer in der Zentrale Bescheid“, sagt Wolfgang Eichin, Mitarbeiter von Auto Bald.

Die Anlieger der Koppelweide sind voller Hoffnung. „Zumindest die Post findet jetzt zu uns“, erzählt Anlieger Michael Garger.