Kirchhatten - In einer dreistündigen Marathonsitzung hat der Ausschuss für Gemeindeentwicklung und Umwelt am Donnerstagnachmittag mehrere, zukunftsweisende Tagesordnungspunkte mit einer positiven Empfehlung an den Verwaltungsausschuss weitergeleitet. Für die vielen Bürger, die in den Arbeitskreisen zur Dorferneuerung im Großraum Sandkrug (Hatterwüsting, Sandkrug und Streekermoor) seit Monaten in ihrer Freizeit mitgearbeitet haben, dürfte vor allem wichtig sein, dass die Fraktionen die Planung einstimmig und zustimmend zur Kenntnis genommen haben.

Vertreter der NWP Planungsgesellschaft Oldenburg, die mit dem Erstellen der Planung beauftragt worden ist und insgesamt elf Arbeitssitzungen begleitete, stellten die wichtigsten und in der Priorität am höchsten bewerteten Ideen zur Siedlungsentwicklung, Lenkung des Verkehrs, Tourismus und Erholung sowie Natur und Landschaft vor.

Der Dorferneuerungsplan ersetzt allerdings keine technische Planung und ist streng genommen auch nicht rechtlich bindend für die Gemeinde. Allerdings besitzt er ein nicht zu unterschätzendes Gewicht: Er zeigt Entwicklungstendenzen und die Wünsche der Bürger auf. Noch im August 2014 soll der Plan dem Amt für Regionale Landentwicklung (ehemals Amt für Landentwicklung bzw. LGNL) vorgelegt werden.

Der Beginn der Realisierungsphase soll laut NWP zwischen September und Oktober liegen. Dies gilt sowohl für öffentliche als auch private Maßnahmen. Eine Kostenschätzung für sämtliche Maßnahmen der obersten Priorität legte NWP dem Ausschuss bereits vor – rund 13 Millionen Euro. Die Höhe der Förderung beträgt laut bei öffentlich-rechtlichen Empfängern bis zu 40 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben. Bei privaten Zuwendungsempfängern wird eine Höchstfördersumme von 25 000 Euro gewährt.

Um die Grün- und Blühstreifen ökologisch angemessen zu bewirtschaften und neue Flächen zurückzugewinnen, plant die Gemeinde Hatten, ein Konzept für die sogenannten „Wegerandstreifen“ von externen Experten erarbeiten zu lassen. Dazu sollen über eine Geodatenbank erst einmal die Eigentumsverhältnisse entlang der etwa 255 km langen Gemeindestraßen ermittelt werden. Bei dem zu erarbeitenden verbindlichen Aktionsplan sollen Biotopverbundsysteme ausdrücklich berücksichtigt werden. Corinna Kricke, Untere Naturschutzbehörde, riet im Ausschuss zu klaren Zielsetzungen. Es gebe einen deutlichen Unterschied zwischen Blühstreifen, die die landwirtschaftliche Nutzung der Flächen weiter zuließen und dem Anlegen von Biotopen als Kompensationsmaßnahmen. Die Interessen der Landwirte müssten beachtet werden.


Positive Stimmen gab es aus der Politik: Ein Konzept sei die Chance, von der Einzelbetrachtung der Vergangenheit wegzukommen, hofft Hans-Hermann Siemers (SPD). Einigkeit herrschte im Ausschuss darüber, dass die Bauhofsmitarbeiter für die Aufgabe weiterqualifiziert werden müssen.

Werner Fademrecht
Werner Fademrecht Redaktion Hatten