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Geschichte Klecks Sahne direkt aus der Molkerei geholt

Rabea Spiralke

BüRSTEL - „Am liebsten mochte ich den Schlagsahne-Käse“, erzählt Lisa Dirks und schwelgt in Erinnerungen. Diesen zweischichtigen Käse aus Quark und Schlagsahne aß die Gästeführerin als Kind mit Vorliebe zum Frühstück.

Lisa Dirks, die aus Immer stammt und in Hohenböken lebt, erinnert sich gern an den Betrieb in der Alten Molkerei in Immer. Sie wuchs direkt gegenüber der Molkerei auf, die Arthur Bruno Wolff aus Magdeburg Anfang des 20. Jahrhunderts gegründet hatte, und hat noch den „Krach“ der Milchfuhrwerke im Ohr. „Das waren unsere Nachbarn“, sagt sie, da habe das Klappern der Milchkannen einfach zum Alltag dazugehört.

„Wir hatten unsere eigene Kuh“, erzählt Lisa Dirks, „aber wir haben die Milch dann immer rübergebracht und dort verarbeiten lassen“ – unter anderem zu Buttermilch, Quark oder Schlagsahne-Käse oder eben auch nur zu Schlagsahne, die man dann „im Sommer zu den Erdbeeren“ gegessen habe, so Dirks. „Da ist man eben mit der Schüssel rübergelaufen und hat sich einen Klecks Sahne geholt.“

Genossenschaft dabei

Die Molkerei in Immer und die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Immer waren von der Gründung 1909 an zunächst ein gemeinsames Unternehmen. Der Futtermittelhandel war direkt an die Molkerei angeschlossen. Bruno Wolff verkaufte den Molkereibetrieb einige Jahre nach der Gründung an den Verwalter und an den Bauern Hermann Auffarth, die dann die Molkereigenossenschaft Immer gründeten. Zeitgleich wurde auch die „Landbag“, die Landwirtschaftliche Bezugs- und Absatzgenossenschaft Immer“ gegründet, die im hinteren Teil des Molkereigebäudes angesiedelt war.

Die unterschiedlichen Aufgabengebiete der Molkerei und der anhängigen „Landbag“ erforderten aber eine Trennung der Genossenschaftszweige. 1939 wurde diese Trennung vollzogen und die Molkereigenossenschaft Immer bestand noch bis Mitte der 1970er Jahre. Ab diesem Zeitpunkt wurde die Milch zur Molkerei Delmenhorst geliefert, heute ist die Nordmilch dafür zuständig.


1980 übernahm die Familie Petersen aus Havekost die Molkerei und zog mit ihrer Firma „Petco - Lebensmittel - Stabilisierungstechnik“ in das Gebäude. Die Firma stellte dort bis 2009 Molkereizusatzprodukte her, unter anderem Trinkmolke und Milcheiweißpulver aus natürlichen Stoffen, die europaweit vertrieben wurden. „Zunächst haben meine Schwiegereltern noch im Betrieb mitgearbeitet“, erzählt Ilse Petersen (48), die das Unternehmen später mit Ehemann Jörg (55) weiterführte. 2009 lösten sie das Geschäft auf.

2009 neuer Besitzer

Zu diesem Zeitpunkt fand auch der letzte Besitzerwechsel statt: Das Umzugsunternehmen Thomas Mansholt kaufte das Gebäude und hat seitdem dort den Firmensitz.

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