Bürstel - Das schöne an kleinen Heimatstuben und -museen ist die Verbundenheit zu ihren Orten und den Menschen. Und so war der Tag der offenen Tür, den die Heimatstube in Bürstel, Am Heidenwall 9, am Samstag anbot, auch eine Gelegenheit zum Austausch und zum Schwelgen in Erinnerungen.
Zum Beispiel die alte Schuhpresse, mit der die verklebten Sohlen ordentlich befestigt wurden: Früher stand die Presse in der Werkstatt des Schuhmachermeisters Karl Ötken aus Birkenheide. Nach seinem Tod im Jahr 1996 stand die Presse erstmal rum, „meistens im Weg“, wie sich Ötkens Tochter, Edeltraud Engelmann, erinnerte. Im Frühjahr dieses Jahres fand das per Hand bediente Gerät dann einen neuen Platz: in der Ausstellung des Orts- und Heimatvereins (OHV) Ganderkesee in Bürstel. Den neuen Standort guckten sich Edeltraud Engelmann und ihre Tochter Katja am Wochenende an – und dachten an Vater und Großvater zurück. „Er saß gerne in seiner kleinen Werkstatt und reparierte Schuhe“, so die Enkelin.
Aber nicht nur die Presse ist neu, nach dem großen Deutz-Treffen, das auch Halt in der Heimatstube machte, brachte ein ehemaliger Hausschlachter sein Werkzeug vorbei – inklusive Schürze, Schaber und Bolzenschussgerät. Neu ist auch die Eierwaage, mit der früher die Gewichts- und Preisklasse von Hühnereiern bestimmt wurde.
Was für ältere Menschen mit Erinnerungen verbunden ist, löst bei jüngeren Gästen mitunter Erstaunen aus. „Wie umständlich Wäschewaschen früher war“, wunderte sich zum Beispiel Besucherin Alina Huber aus Freiburg im Breisgau, die gerade in der Gemeinde zu Besuch ist. „Aber die Plattenspieler sind ganz cool“, sagte die 17-Jährige.
Und obwohl Petrus nicht auf der Seite des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee war, einige Gäste kamen dann doch – und manche brachten wieder neue Gegenstände für die Ausstellung mit. „Wir nehmen aber nicht alles an“, betonte Günter Fleischer. Es müsse schon Bezug zur Gemeinde Ganderkesee und den Ortschaften haben.
An die 100 Besucher waren es schlussendlich, „auch viele Familien mit Kindern“, so Fleischer nach dem Tag der offenen Tür gegenüber der NWZ. Insgesamt sei man seitens des Orts- und Heimatvereins Ganderkesee mit dem Tag der offenen Tür zufrieden. „Als das Wetter besser wurde, kamen die Besucher.“
