Hatterwüsting - Knospenheide, bunte Gräser und Alpenveilchen schön dicht aneinander gepflanzt. So sieht der Herbst aus – zumindest auf vielen Gräbern in der Region. Das sagt zumindest Andreas Büsing und er kennt sich aus: Der Gärtnermeister hat sich mit seinem Betrieb auf die Friedhofsgärtnerei spezialisiert. 1200 Gräber rund um Oldenburg versorgen er und seine vier Mitarbeiter. Auch seine Frau Bettina packt in Spitzenzeiten mit an. Sein Hauptfriedhof der Getruden-Friedhof in Oldenburg. Vor Kurzem hat die Friedhofsgärtnerei auch den Grabpflegestellen der Gärtnerei Buhr aus Oldenburg übernommen.
Die Gärtner kümmern sie sich um Neubepflanzung und Pflege der Gräber. „Auch im Rahmen der Dauergrabpflege“, sagt Büsing. „Wir besprechen mit den Trauernden, wie die Gräber aussehen sollen. Außerdem beraten wir sie auch hinsichtlich der Friedhofsordnung“, so Büsing.
Die jahreszeitliche Wechselbepflanzung ist dabei am häufigsten. Besonders im Winter zeigt Büsing sein spezielles Können: Das kreative Abdecken der Gräber. Mit Blautanne, Islandmoos oder Fichten werden Symbole wie Glaube, Hoffnung, Liebe künstlerisch dargestellt. „Wir sind die einzigen, die das machen“, sagt Büsing.
Seit drei Jahren leben und arbeiten Andreas Büsing und seine Frau in Hatterwüsting. Auf dem Grundstück am Kiebitzweg soll neben dem Büro bald auch eine Musterausstellung mit verschiedenen Grabstellen-Designs entstehen. Die Grabsteine stehen schon bereit. „Da muss ich aber noch die Namen entfernen“, sagt der Friedhofsgärtner.
Der Trend in der Grabbepflanzung geht übrigens weg von der Grabplatte hin zur natürlich Bepflanzung. „Grabplatten sind zum Teil einfach nicht mehr erlaubt“, erläutert Büsing. Dadurch seien die natürlichen Prozesse im Boden unterbrochen.
