Oldenburg - Im Streit um den Gesamtverkauf der Siedlung Brokhausen gibt die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) nach. Ernsthaft geprüft wird nun auch der Verkauf einzelner Häuser an interessierte Mieter. Bei den restlichen Häusern ist eine Übertragung auf die GSG denkbar. Das bestätigte Jürgen Hohmann, Verkaufsteam-Leiter der Bima in Oldenburg, der NWZ. Einzelheiten erfahren die Mieter am Dienstag, 23. Oktober, 18 Uhr, im Kulturzentrum PFL bei einer Informationsveranstaltung.

„Wir freuen uns, dass unsere Bemühungen nun endlich gehört werden“, sagt Anwohner Max Lindenberg.

Eine Interessengemeinschaft der Anwohner bemüht sich schon seit 2009 um einen Kauf der Häuser. Eine andere Idee war, dass die GSG die Siedlung von der Bima kauft und dann den Weiterverkauf an die Mieter organisiert. Politische Unterstützung fanden die Mieter bei Staatssekretär Thomas Kossendey (CDU) und dem SPD-Landtagsabgeordneten Jürgen Krogmann.

Auf die gewünschte Mieterprivatisierung ging die Bima aber nicht ein. Stattdessen verkündete die Bundesanstalt in diesem Juni, die 161 Häuser der Siedlung an einen Investor verkaufen zu wollen. Der Meistbietende sollte den Zuschlag erhalten.

Den Einzelverkauf lehnte die Bima eigenen Angaben zufolge auch wegen der Erschließungssituation ab. Straßen und Entwässerungskanal der Siedlung gehören dem Bund. Ein Paketverkauf sei somit wirtschaftlicher.


Vom Rat wurde dieses Vorhaben scharf kritisiert. Auch die Fraktionen machten sich für eine Mieterprivatisierung stark.

Inzwischen verhandelt die Bima intensiv mit der Stadt und dem den Oldenburgisch-Ostfriesischen Wasserverband (OOWV) über eine Abgabe der Straßen und Kanäle. „Wir sind auf einem guten Weg, aber es gibt noch keinen Abschluss“, so Hohmann.

Ob es überhaupt zu einer Mieterprivatisierung kommt, entscheidet letztlich die Bima-Zentrale in Bonn in Absprache mit dem Bundesfinanzministerium. Sollte der Wunsch der Mieter erfüllt werden, wird die Bima in Oldenburg mit den jeweiligen Interessenten Kaufverhandlungen aufnehmen. Jürgen Hohmann schätzt, dass sich etwa 30 der 161 Mieter ernsthaft für den Kauf ihrer Häuser interessieren.