Berlin/Hannover/Leer - Erfolg für die Überzeugungsarbeit der Reeder: Der Bundesrat stellt sich am Freitag hinter einen Gesetzentwurf norddeutscher Länder unter der Federführung Hamburgs für den vollständigen Lohnsteuereinbehalt für Seeleute auf Schiffen unter deutscher Flagge. Auch Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) hatte sich mehrfach dafür eingesetzt, um die Beschäftigung deutscher Seeleute zu sichern und das nautische Know-how nicht zu verlieren. Derzeit bezuschusst der Bund die Ausbildung und Beschäftigung von Seeleuten mit knapp 60 Millionen Euro. Reedereien können bisher 40 Prozent der Lohnsteuer für die Seeleute auf Schiffen unter deutscher Flagge einbehalten.

„Wir erwarten, dass der Bundestag die Initiative wie angekündigt schnell aufgreift und die Bundesregierung jetzt die weiteren Maßnahmen – Entlastung bei den Sozialversicherungsbeiträgen und Flexibilisierung der Schiffsbesetzungsverordnung – umsetzt“, sagt Präsident Alfred Hartmann (Leer) vom Verband Deutscher Reeder (VDR). Bei europäischen Nachbarn wie Dänemark und den Niederlanden sei diese Unterstützung für Reeder längst Praxis. Ohne Hilfen müssten viele Reedereien deutsche Seeleute entlassen, „um nicht die Existenz ihres Unternehmens zu gefährden“, warnt Hartmann. Die Zahl der deutschen Seeleute sei bereits auf unter 7000 gefallen.