Berlin - Die Bundesregierung hat den am Freitag von den EU-Staaten gefundenen Kompromiss zu Klimavorgaben für Neuwagen in der EU ab 2020 begrüßt. Er komme dem deutschen Ziel einer „flexibleren Ausgestaltung mit verstärkten Innovationsanreizen“ entgegen, sagte Regierungssprecher Georg Streiter. Zudem sei es ein ausgewogenes Ergebnis, das umwelt- wie industriepolitischen Anliegen gerecht werde. Das Europa-Parlament muss noch zustimmen, ein Ja gilt aber als sehr wahrscheinlich.

Deutschland hatte das Vorhaben über Monate hinweg blockiert. Damit sollte offenbar auch die deutsche Autoindustrie geschützt werden.

Die Pläne sehen eine Begrenzung des CO 2 -Ausstoßes von Neuwagen vor. Ab 2021 – bisher war 2020 angepeilt – gilt ein Durchschnittswert von höchstens 95 Gramm CO 2 pro gefahrenem Kilometer für alle europäischen Neu-Pkw. 2020 müssen bereits 95 Prozent der neuen Autos den Wert im Schnitt halten. Für jeden Hersteller gibt es eigene Vorgaben. Schon heute gibt es solche Zielwerte, sie werden aber nach und nach verschärft. Bis 2022 bekommen die Hersteller Boni für Elektroautos.

„Ich habe mich gewundert, dass der Kompromiss in Deutschland so euphorisch aufgenommen wurde“, sagt Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach. „Die Veränderung ist marginal“, meinte er im Hinblick auf 2021 statt 2020.