BUNNEN - In Bunnen besitzt der St.-Martins-Umzug eine mehr als 50-jährige Tradition. Aber mehr noch: Die Veranstaltung bedeutet hier nicht nur die Fortführung von Sitte und Brauchtum sondern bietet Gelegenheit, den Kindern den Begriff der Nächstenliebe im Gedenken an den Heiligen, der nach einer Legende seinen Mantel mit einem Bettler teilte, praxisbezogen nahe zu bringen.

Statt ursprünglich zwei Martinskuchen, erhalten die Kinder seit geraumer Zeit nur noch eine Brezel und teilen symbolisch mit Gleichaltrigen in Afrika. Damit wird eine Idee des mittlerweile pensionierten Schulleiters Manfred Boog fortgesetzt und der karitative Aspekt in den Vordergrund gerückt.

Vor dem Martinsumzug hatten Eltern im Auftrag der Dorfgemeinschaft in den Bezirken der Schulacht Bunnen/Lodbergen und in der „Bunner Schelmkappe“ Geld für Martinskuchen gesammelt.

In diesem Jahr war ein Betrag von 1522,30 Euro als Überschuss erzielt worden, der jetzt an Bernd Anneken übergeben wurde. Er wird das Geld an Schwester Jutta weiterleiten. Die Ordensfrau ist auf der Missionsstation Aminuis im afrikanischen Staat Namibia tätig. Hier bemühen sich die Schwestern vom Orden der Unbefleckten Empfängnis Mariens, die Not der Menschen zu lindern.

Bernd Anneken war mehrfach in Afrika und besitzt eine direkte Verbindung zur dortigen Missionsstation. Bei der Scheckübergabe schilderte er den Grundschülern, Lehrpersonen und Eltern die kärglichen Lebensbedingungen in der afrikanischen Region.


Am Rande der Kalahari-Wüste werden etwa 600 bis 800 Kinder von den Ordensschwestern mit den notwendigsten Nahrungsmitteln versorgt und bekleidet. In der Niederlassung der Schwestern werden rund 350 Kinder betreut, die in einem Umkreis von 200 Kilometern leben und während der Schulzeit in einem Internat untergebracht sind.