Großenkneten - Ob Sonnenblumen, Calendula, Mohn, Kornblumen oder Buchweizen – rund 100 verschiedene Pflanzenarten aus der Region finden sich auf auf der Bienenweide des Ehepaars Angela Gehrmann und Dr. Uwe Stubendorff am Sandberg in Großenkneten. Die Fläche von etwa einem halben Hektar grenzt direkt an ein Apfelbaumfeld. Etwas weiter entfernt stehen seit zwei Jahren Bienenkästen mit 14 Völkern.
„Wir finden das im Moment die beste Lösung. Das ist das Beste für die Artenvielfalt“, sagt Stubendorff. „Es ist die Chance, einer bedrohten Spezies zu helfen“, ergänzt Gehrmann.
Zuvor hatte das Paar Schafe, dann Pferde auf der kleinen Weide. Nun freuen sie sich über die bunte Blütenpracht und mit den Bienen auch über eine dreimal so große Apfelernte.
Auf die Idee zu einer Bienenweide kamen sie durch Bienenexperte Götz Neuber. Durch Michael Feiner von der Naturschutzstiftung des Landkreises Oldenburg fand sich Manfred Schönfelder, der in eineinhalb Tagen mit schwerem Gerät den lehmigen Sandboden aufarbeitete. Der Landwirt und Jagdgenosse vom Jagdrevier Nr. 7 Großenkneten-Nord brachte das Saatgut ein.
Alle Beteiligten arbeiteten dabei Hand in Hand. So bezahlte der Imkerverein Hatten und Umgebung das Saatgut.
Letztendlich komme die Blühfläche den Nutztieren zugute, die nach wie vor von drei schwerwiegenden Problemen betroffen sind. So werden Schädlinge weltweit verschleppt, die Infektionsherde überschneiden sich, sagt Neuber. Vorwiegend die Varroa-Milbe, ein Parasit, der erwachsene Bienen und die Brut befällt, macht den hiesigen Bienen seit den 80er Jahren zu schaffen.
Weiterhin stellten Biozide eine Gefahrenquelle dar. Obwohl häufig die Landwirtschaft im Fokus steht, kommen Biozide auch im Privathaushalt oft zum Einsatz, ob als Holzanstrichmittel, durch den Kammerjäger oder als Gartenchemie. „Kein Mensch kann sagen, wie der Cocktail wirkt“, sagt Neuber. Die multiplen Faktoren verstärken sich gegenseitig und treffen auf die Honigbiene.
Blühstreifen oder auch Bienenweiden haben dabei nicht nur einen ökologischen Zweck. Sie seien eine gute Deckung für Wild, sind förderlich für die Imagebildung der Bauern und den Tourismus.
Neuber wünscht sich, dass noch mehr Privatpersonen kleine Flächen, die sonst ungenutzt bleiben, als Blühflächen zur Verfügung stellen. Auch im Umgang mit Bioziden gerade im Gartenbereich wünscht er sich einen sorgfältigeren Umgang. Hier sei eine offene Kommunikation förderlich. Denn: Die Honigbiene ist das drittwichtigste Nutztier.
