BURHAVE - „Wir gehen unseren Weg – Gehen Sie mit?!“ Mit diesem Motto feiert die Diabetes-Selbsthilfegruppe Butjadingen an diesem Mittwoch ihr fünfjähriges Bestehen.
„Ich kam aus der Großstadt aufs Land und hatte das Gefühl, im Niemandsland zu sein. Diabetes-Beratung gab’s nur in Oldenburg, Wilhelmshaven, Bremerhaven“, erzählt Hannelore Winkler (67). Im Jahr 2000 war sie mit ihrem Mann nach dessen Pensionierung von Dortmund ins Nordseebad Burhave gezogen, wo beide schon oft Ferien gemacht hatten. „Die hektische und laute Großstadt tat meinem Diabetes nicht gut.“
In den ersten vier Jahren in Burhave ist Hannelore Winkler auf die Suche gegangen nach einer Anlaufstelle, wo Diabetiker sich austauschen können und Informationen bekommen. So kam sie mit Britta Friedrich (44) näher ins Gespräch, die aus dem Kreis Gifhorn stammt und seit 1997 als Apothekerin in Burhave tätig ist. Friedrich: „Ich habe in der Apotheke festgestellt, dass sehr viele Diabetiker mehr Fragen haben als der Arzt in der Praxis beantworten kann.“
Um den Wünschen nach mehr Informationsmöglichkeiten und dem Gesprächbedarf entgegen zu kommen, haben Hannelore Winkler und Britta Friedrich vor fünf Jahren einen Vortrag mit der Ärztin und Diabetologin Gabriele Wenzel aus Oldenburg im „Butjadinger Forum für Naturheilkunde und Medizin“ in Zusammenarbeit mit Forumsinitiator Gerhard Bruns aus Burhave organisiert. Spontan meldeten sich 20 Interessierte für eine Selbsthilfegruppe.
Tipps vom Bezirksverband
Hannelore Winkler holte sich viele Anregungen vom Bezirksverband Oldenburg im Deutschen Diabetiker-Bund. Seit 2003 ist sie 2. Vorsitzende des Bezirksverbandes. Zur Jubiläumsfeier im „Kachelstübchen“ in Burhave soll auch Bezirksvorsitzender Hans Stelljes begrüßt werden. Zudem werden Gabriele Wenzel und Gerhard Bruns erwartet – ebenso der Allgemeinmediziner und Facharzt für Diabetologie, Dr. Klaus Bethge aus Abbehausen, und Allgemeinmediziner Dr. Markus Kluth aus Stollhamm, die beide ohne Honorar Vorträge in der Gruppe gehalten haben.
Seit der Gründung vor fünf Jahren hat sich die Selbsthilfegruppe ohne Unterbrechung jeden Monat getroffen. Es gibt im Wechsel Erfahrungsaustausch (dann kommen zehn bis 15 Interessierte) und beim nächsten Mal einen Vortrag (dann kommen häufig mehr als 30 Zuhörer).
Die Zusammensetzung der Gruppe wechselt. Ihr gehören etwa 20 an Diabetes erkrankte Frauen und Männer überwiegend im Alter von 60 bis 80 Jahren an – nicht nur aus Butjadingen, es kommen auch Interessierte aus Nordenham, Rodenkirchen oder aus Brake sowie manchmal auch Urlauber. Auch jüngere Interessierte oder Angehörige nehmen mitunter teil.
Ehrenamtlicher Einsatz
„Der Informations- und Gesprächsbedarf ist nach wie vor groß und die Gruppentreffen bringen viel“, so die Erfahrung der beiden Initiatorinnen. Sie werden immer wieder gelobt für ihre ehrenamtliche Initiative. „Das gibt uns Auftrieb, weiterzumachen.“
Leider lehnten noch immer viele an Diabetes erkrankte Menschen es ab, sich mit der nötigen Lebensumstellung auseinanderzusetzen, sich richtig zu ernähren und genug zu bewegen.
Die nächste Selbsthilfegruppe gibt es in Varel sowie eine locker geführte Gruppe in Nordenham. Weitere Gruppen in der Wesermarsch: Fehlanzeige. „Wir bleiben offen für alle Interessierten“, sagen und geben gerne Informationen: Hannelore Winkler ( 04733/173491) und Britta Friedrich ( 04733/920103).
