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Nordseeresort Bürger fürchten zunehmenden Autoverkehr

Lutz Timmermann

Burhave - Nicht nur die Höhe der geplanten Häuser des Projektes Nordseeresort, machte den Burhaver Bürgern in der jüngsten Ratssitzung Sorgen. Sie befürchten auch Straßenschäden, wenn das in der vorigen Woche vom Butjadinger Gemeinderat genehmigte Nordseeresort Burhave gebaut wird. Bürger könnten für die Behebung entstehender Reparaturarbeiten nicht herangezogen werden, lautete die Antwort der Gemeinde.

Keine Kosten für Anlieger

„Ich kann mir nicht vorstellen, dass die Straßen das aushalten“, hatte die vor zwei Jahren nach Burhave gezogene Bürgerin Gisela Engels in der Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung (die NWZ berichtete) ihre Bedenken vorgebracht. Bauamtsleiter Axel Linneweber berichtete, dass dann für eventuell fällig werdende Reparaturkosten Anlieger nicht herangezogen werden können, weil die „Strandallee“ keine Gemeindestraße sondern eine Kreisstraße (K 181) ist.

Die Eignung der Erschließungsstraßen „Strandallee“ und Straße „Am Deich“ war bereits in der Öffentlichkeitsbeteiligung 2014 zu den Bauplänen der K. Dishstelhoff Immobilien GmbH & Co. KG thematisiert worden. Nach Ansicht der Gemeinde ist die „Strandallee“ sehr wohl geeignet. Für die Straße „Am Deich“ „ist jedoch ein Ausbau geplant, so dass die Straße spätestens danach für die Aufnahme des zusätzlichen Verkehrs geeignet ist“, heißt es in dem zusammenfassenden Protokoll der Öffentlichkeitsbeteiligung.

Ratsherr Ralph Krümpelmann, der an der „Strandallee“ in Burhave das Restaurant „Kachelstübchen“ betreibt, wunderten Fragen zu möglichen Belastungen von Straßen in Bauphasen. Ob denn der H&P-Seepark an der Strandallee mit Schubkarren und Eimern gebaut worden sei, formulierte der CDU-Mann ironisch Unverständnis. Karl-Heinz Brussocks Frage, was denn sei, wenn eines der geplanten 20 Meter hohen Häuser „mal in Schieflage gerät“, blieb unbeantwortet.

Dass der PKW-Verkehr nach Fertigstellung des Nordseeresorts mit seinen 147 Wohneinheiten mit 422 Betten deutlich zunehmen werde, war eine weitere Sorge von Einwendern gegen diese Planungen. „Dem versuchen wir zu begegnen, indem wir unseren Busverkehr intensiv ausbauen“, wies Bürgermeisterin Ina Korter auf eine neue Buslinie hin, die im nächsten Jahr ihren Betrieb aufnehmen soll.


Linie im Stundentakt

Unbeirrt von spöttischem Gelächter aus der Zuhörerschaft verwies die Bürgermeisterin auf die neue landesbedeutsame Buslinie 400, die montags bis sonnabends um 5.40 Uhr ab Tossens im Stundentakt mit Zuganschluss in Nordenham verkehren soll und bis 22.32 Uhr ab Nordenham stündlich nach Tossens zurückfahren wird. Sonntags ist immerhin noch ein Zweistundentakt geplant. Diese und alle anderen in Butjadingen verkehrenden Buslinien können Gästekarteninhaber dann kostenlos benutzen – für Ina Korter ein Angebot, das weg führen soll von der Pkw-Nutzung hin zum Öffentlichen Personennahverkehr.

Die Einwohnerfragestunde zu Beginn der Ratssitzung verfolgten über 100 Zuhörerinnen und Zuhörer, die von der Ratsvorsitzenden Uta Meiners (FDP) aus Stollhamm nach etwas über einer Stunde beendet wurde. „So viele Gäste würden wir uns öfter wünschen“, sagte Uta Meiners und regte zum Besuch von Bürgerversammlungen an, wenn es um neue Baugebiete geht.

Die Masse der Zuhörer verließ – unter Einsatz von Trillerpfeifen – nach der Einwohnerfragestunde die Ratssitzung, obwohl zu deren Ende – so ist das in Butjadingen geregelt – noch eine weitere Einwohnerfragestunde folgte. Bei der, gegen 23.45 Uhr, waren noch 22 Bürgerinnen und Bürger zugegen, die aber sichtlich erschöpft – und vielleicht auch frustriert – nur noch wenige Frage stellten.

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