BURHAVE - Die Nordenhamer Tafel eröffnet am Mittwoch, 23. Januar, ihre Außenstelle in Burhave. Um 11 Uhr beginnt im evangelischen Gemeindehaus eine Feierstunde, ab 12 Uhr werden dort Lebensmittel kostenlos an Bedürftige ausgegeben. Die Tafel in Burhave ist künftig an jedem Mittwoch von 12 bis 13 Uhr geöffnet.
Fred Memenga, der Vorsitzende der Nordenhamer Tafel, rechnet mit etwa 50 bedürftigen Familien in Butjadingen, darunter viele Rentner. Bislang haben sie ihre Lebensmittel direkt bei der Nordenhamer Tafel im Bürgerhaus an der Viktoriastraße 20 bezogen. Doch diese weite und auch kostspielige Anfahrt will ihnen die Nordenhamer Tafel jetzt nicht mehr zumuten.
Künftig bringt der Transporter der Tafel die Lebensmittel an jedem Mittwoch von Nordenham nach Burhave. „Voraussetzung für die Einrichtung der Tafel in Burhave war die Fertigstellung unserer neuen Halle mit Kühlanlage in Nordenham“, sagt Memenga. Dort wird das Obst und Gemüse sortiert und geputzt, bevor es auf den Tisch kommt.
Es stammt von den drei Großanbietern Kaufland und Edeka in Atens sowie famila in Brake. Dazu kommen rund 30 kleine Betriebe – von der Bäckerei, die Brötchen zur Verfügung stellt, bis zur Confiserie arko, die Süßigkeiten abgibt. „Zurzeit wird in der Tafel Weihnachten nachgefeiert“, sagt Fred Memenga. Lebensmittelspenden kommen auch von Nordmilch in Zeven, von der Wurstfabrik Meica in Edewecht sowie von einigen Großmärkten in der Nähe von Bremen.
„Das sind keine Almosen“, betont Fred Memenga. „Im Gegenteil: Die Spender sind froh, dass wir ihnen die Lebensmittel abnehmen.“ Nur volle Regale locken Kunden an, erläutert der Tafel-Vorsitzende: „Wer 20 Kilo Trauben verkaufen will, muss deutlich mehr anbieten.“ Zudem verkauften die Großhändler Lebensmittel oft nur in großen Chargen – unabhängig davon, ob der Abnehmer wirklich so viel verkaufen kann.
Memengs schätzt, dass in Deutschland 25 Prozent der Lebensmittel weggeworfen werden. Ein großer Teil davon geht jetzt an die Tafeln.
Die Kunden der Tafel bekommen kein fertiges Paket, sondern sie können sich am gedeckten Tisch das aussuchen, was ihnen gefällt. „In Nordenham machen wir die Erfahrung, dass jeder Kunde etwa vier bis fünf Kilogramm Lebensmittel im Wert von 15 bis 20 Euro einpackt“, sagt Memenga. „Das hilft Menschen, die von knapp neun Euro am Tag leben müssen, ein ganzes Stück weiter.“
Pfarrer Klaus Braje will als guter Gastgeber dafür sorgen, dass bei der Verteilung der Lebensmittel keine Hektik aufkommt. Deshalb bietet er während der Öffnungszeiten der Tafel im Gemeinderaum Tee und Kaffee an. Die Kunden der Tafel können sich hinsetzen, sich unterhalten und in Ruhe abwarten, bis sie dran sind.
Stolz und froh ist Braje über das 13-köpfiges Team, das die Tafel betreut. Die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer haben sich nach einem Aufruf in der November-Ausgabe des Gemeindebriefs bei ihm gemeldet.
Braje appelliert an alle bedürftigen Butjenter, die Tafel als ein Stück christlicher Nächstenliebe anzunehmen. Und er bittet Nachbarn von Bedürftigen, sie mal im Auto zur Tafel nach Burhave zu fahren.
Tafelgesetz: Die Bedürftigkeit ist streng geregelt
Ein Bundesgesetz
regelt die Arbeit der Tafeln. Das sagt Fred Memenga. „Bei den Lebensmitteln handelt es sich um anvertraute Güter“, erläutert der Tafel-Vorsitzende. „Sie dürfen nur an Menschen abgegeben werden, die Hartz IV beziehen. Das muss mit einem Berechtigungsschein nachgewiesen werden.“Berechtigungsscheine
für die Tafel gibt das Bürgerhaus an der Viktoria-straße 20 in Nordenham aus. Wer einen Schein haben möchte, muss dort alle Unterlagen über seine Rente oder sein Arbeitslosengeld II vorlegen. Auf dem Schein wird vermerkt, für wie viele Personen Lebensmittel empfangen werden dürfen.
