BURHAVE - In einer Rücktrittsforderung an den Aufsichtsratsvorsitzenden Lutz Timmermann (FPD) gipfelte eine von Fritz Wiechmann (Unabhängige) entfachte Debatte um die finanzielle Situation der Butjadinger Tourismus-Gesellschaften während der Sitzung des Butjadinger Gemeinderates am Mittwochabend im Burhaver Rathaus. Den Anlass dazu gab die Feststellung der Jahresabschlüsse 2009 durch den Rat, die im Gesamtergebnis ein Defizit von knapp 164 000 Euro aufweisen.
Nach Ansicht von Fritz Wiechmann belaufe sich der tatsächliche Gesamtverlust der Tourismus-Gesellschaften auf 615 000 Euro, da zu dem ausgewiesenen Fehlbetrag von 164 000 Euro die Zuschüsse der Gemeinde in Höhe von 451 000 Euro hinzugerechnet werden müssten.
Fehlende Kompetenz
Weil Lutz Timmermann offensichtlich die notwendigen Kenntnisse fehlten, empfahl Wiechmann dem Aufsichtsrats-Vorsitzenden dringend, zurückzutreten, damit dieses Amt mit einem qualifizierten Fachmann besetzt werden könne. Der Ratsherr der Unabhängigen kritisierte zudem Auftragsvergaben durch die Tourismus-Servicegesellschaft an Bewerber aus dem Freundeskreis von Lutz Timmermann.
Der wies darauf hin, dass letztere Anschuldigung Bestandteil eines schwebenden Gerichtsverfahren sei und er deshalb dazu nicht Stellung nehmen werde. Auf einige weitere Ausführungen von Fritz Wiechmann eingehend, sagte Lutz Timmermann, dass er in der Vergangenheit niemand beleidigt habe und dies auch künftig nicht tun werde.
Heinz Friele (Grüne) stellte fest, dass man nicht Jahr für Jahr so weitermachen könne und stets an einer Insolvenz vorbeischlittere. Er habe bereits im Dezember 2009 die Einrichtung einer Arbeitsgruppe für die Umstrukturierung der Tourismus-Gesellschaft und Aufklärung der Verluste beantragt. Aber es sei nichts geschehen.
Nur eine Gegenstimme
Jeweils nur gegen die Stimme von Fritz Wiechmann stellte der Gemeinderat die Jahresabschlüsse der Tourismus-Servicegesellschaft, der TSB-Geschäftsführungs GmbH und der gemeindeeigenen Butjadinger Kur- und Touristik GmbH fest. Das Defizit von 164 000 Euro, das um 8000 Euro höher als in den Wirtschaftsplänen 2009 veranschlagt, jedoch deutlich geringer als 2008 (335 000 Euro) ist, wird gemäß Ratsbeschluss ins neue Geschäftsjahr übertragen.
