BURWINKEL - Das vergilbte Foto an der Wand zeigt Hermann Grube als jungen, gut aussehenden Mann in adretter Kleidung auf einem Motorrad. „Ich hatte es mir gekauft. Aber damals war es noch kein Oldtimer.“ Hermann Grube lacht. Er ist 78 Jahre alt und steht vor einer beeindruckenden Sammlung alter Automobile. „Da, schauen Sie. Das ist unser Maybach.“ Grube steht vor einer schwarz-glänzenden Luxuskarosse, einem Maybach SW 38, Baujahr 1937. „Setzen Sie sich rein“, sagt er und hält die Tür auf.
Hermann Grube ist in Moorriem und Elsfleth und darüber hinaus bekannt. 1962 machte er erst sein Hobby zum Beruf, um wenig später aus seinem Beruf wieder ein Hobby zu machen. Zuerst eröffnete er in Burwinkel seine Autowerkstatt, nach Feierabend bastelte er in seinem Schuppen an Liebhaber-Stücken. Sein ganzes Berufsleben lang. So entstand eine kapitale Sammlung, über deren Größe Grube Stillschweigen bewahrt.
Sogar einen alten Adenauer-Mercedes nennt Grube sein Eigen. Die weinrote Limousine, ein 300er, sieht aus wie neu. Grube setzt sich ans verchromte Lenkrad und lacht. „Adenauer hatte hinten nicht genug Beinfreiheit. Also fertigte Mercedes gleich ein neues Modell an.“ 20 000 Deutsche Mark kostete das Kanzler-Modell. „Damals viel Geld“, sagt Grube.
Das Hobby nahm viel Zeit in Anspruch. Fünf Jahre lang baute der Mechaniker an einem 290er Mercedes Cabrio. Einen Geländewagen der US-Armee, kurz Dodge, holte er aus Bayern. „Einen Tag und eine Nacht war ich unterwegs. Wenn ich unterwegs Bremsen wollte, musste ich die Handbremse anziehen.“ Als junger Mann hatte er nach dem Krieg in der von den Amerikanern besetzten Wesermarsch oft jenes Modell fahren sehen, jetzt steht es in seiner Halle.
Das Besondere: Fast alle alten Automobile, Motorräder und Feuerwehrwagen können noch fahren. „Manchmal unternehmen meine Frau und ich eine kleine Spritztour“, sagt der 78-Jährige keck. Ältestes Auto ist ein Ford A von 1928. „Das Dick-und-Doof-Auto“, sagt seine Frau Annelene (73). Hermann Grube bleibt noch mal am alten Maybach stehen und blickt über die Sammlung. „Das hier“, sagt er, „ist mein Lebenswerk.“
