BUTJADINGEN - BUTJADINGEN - Nach drei Jahren erstmals wieder ein Aufwärtstrend bei der Milchleistung und das gleich sehr deutlich – so läßt sich die Bilanz des Milchkontrollvereins Butjadingen für das Prüfungsjahr 2004 zusammenfassen. Während im gesamten Weser-Ems-Gebiet die Kühe im Durchschnitt 40 Kilogramm mehr Milch als zuvor gegeben haben, waren es bei den Kühen in Butjadingen 172 Kilogramm mehr.

Nach den Ausschlägen 2001 wegen BSE-Krise und Gefahr der Maul- und Klauenseuche hatte das Prüfungsjahr 2002 dem Milchkontrollverein Butjadingen wieder ein normales Niveau beschert. Die dann für 2003 erwartete Leistungssteigerung war freilich ausgeblieben. Gründe: die Hitzebelastung für die Tiere während des trockenen und heißen Sommers sowie weniger Weidegras.

Wie der Vorsitzende des Milchkontrollvereins Butjadingen, Henning Cornelius (Klein-Tossens), gestern der NWZ weiter erläuterte, war dagegen im abgelaufenen Jahr 2004 die Witterung während des Sommers für die Kühe verträglicher. Auch war das Winterfutter besser als im Vorjahr. Ergebnis: mehr Leistung.

Gegenwärtig drücke aber die überwiegend nasse Silage die Milchleistung.

• Im Wirtschaftsjahr 2004 ist die durchschnittliche Leistung pro Kuh im Milchkontrollverein Butjadingen angestiegen von 7633 Kilogramm im Jahre 2003 auf nunmehr 7805 Kilogramm.

• Bei den Inhaltsstoffen der Milch gab es nur geringe Verschiebungen: Der Fettanteil betrug 328 Kilogramm und 4,2 Prozent (2003: 323 Kilogramm und 4,23 Prozent). Eiweißgehalt: 265 Kilogramm und 3,4 Prozent (2003: 257 Kilogramm und 3,37 Prozent).

Die Gesamtzahl der Kühe sank von 7592 auf 7536. Die Zahl der Betriebe ging zurück von 115 auf 111. Diesbezüglich hält, so Vorsitzender Henning Cornelius, ein deutlich negativer Trend an. 2002 waren es noch 118 Betriebe. Zwar setze sich überall der Strukturwandel fort, aber die Grünlandregionen seien doch etwas krass betroffen.

Bei einem Vergleich des Milchgeldes im Oktober/November 2004 mit den beiden gleichen Monaten des Vorjahres ergibt sich zwar ein leichter Anstieg von 28 Cent auf 30 Cent. Dieser leichte Zuwachs beim Milchgeld reiche aber, so Henning Cornelius, nur knapp aus, um die gestiegenen Betriebskosten aufzufangen.

An der Jahreshauptversammlung des Milchkontrollvereins im „Huus an‘n Siel“ in Stollhamm nahmen etwa 70 der 111 Mitglieder teil. Zum neuen Kassenprüfer wurde Thomas Roßkamp gewählt. Er löst Jörg Kuck ab. Der zweite Kassenprüfer (zurzeit Dirk Renken) steht erst im nächsten Jahr zur Wahl.

Der Geschäftsführer des Landeskontrollvereins Weser-Ems, Dr. Ernst Bohlsen, machte in Stollhamm deutlich, dass Kühe aus dem Weser-Ems-Gebiet zu den leistungsstärksten in Deutschland gehören. In die Verbandsprüfungen einbezogen seien 83 Prozent aller Tiere der Region.

Als Leistungen des Verbandes stellte der Geschäftsführer heraus: Milchproben der Mitgliedsbetriebe werden im Labor untersucht, die Betriebe erhalten Hinweise zur Gesunderhaltung, Fütterung und zum Herdenmanagement.

Rolf Orloog von der Weser-Ems-Union hielt einen kurzen Vortrag über Bullenankauf in den USA. Mit Bildern von Land und Leuten beeindruckte Christian Hilbers aus Oldenburg, der auf sein Betriebspraktikum in den USA zurückblickte. Er hatte auf einer Farm mit 600 Kühen gearbeitet.