BUTJADINGEN - BUTJADINGEN/WMZ - Die Butjadinger Landfrauen haben jetzt einen Ausflug ins Osnabrücker Land unternommen. Die 50 Frauen besuchten Bramsche und anschließend Kalkriese – dort tobte die Varus-Schlacht –, das Kloster Malgarten und den Alfsee.

Bramsche ist eine sehr alte Stadt; 1097 wurde sie erstmals urkundlich erwähnt. Viele gepflegte Fachwerkhäuser machen die Geschichte gegenwärtig. Weithin bekannt ist die 31 000 Einwohner zählende Stadt aber vor allem durch das Tuchmacher-Museum. Etwa 400 Jahre lang waren Bramsche und Umgebung Deutschlands Zentrum zur Herstellung von Tuchen, erfuhren die Landfrauen.

„Tuche sind Stoffe aus reiner Wolle“, erläutert Inge Renken aus Ruhwarden. „1850 waren zirka 85 Prozent aller Stoffe aus Wolle, heute sind es nur noch 2,4 Prozent.“

Die Herstellung der Tuche umfasste früher – einschließlich der Schafschur – 18 Arbeitsgänge. Sie wurden lange Zeit als Handarbeit zu Hause ausgeführt. Aus den etwa 150 Meisterbetrieben in Bramsche entwickelte sich Mitte des 19. Jahrhunderts eine Genossenschaft. Zwischen 1890 und 1910 wurden die ersten Maschinen eingesetzt, Wassermühlen lieferten den Strom.

„Diese Mischung aus Handwerk und Industrie war damals in Deutschland einmalig“, schildert Inge Renken. Gefärbt wurde die Wolle mit pflanzlichen Farben. Berühmt war das Bramscher Rot: In Tücher dieser Farbe wurde die Leibgarde der englischen Könige gehüllt. Die blau gefärbten Tuche gingen an die könglich preußischen Soldaten.


Die Entwicklung von Stoffen aus Baumwolle und Kunstfasern führte schließlich in den Sechziger- und Siebzigerjahren des 20. Jahrhunderts zum Untergang dieser Industrie. Doch umsichtige Bürger setzten sich für die Einrichtung des Museums ein, das alle Arbeitsgänge an laufenden Maschinen zeigt.

Bramscher Rot

für die

Leibgarde

der Queen