BUTJADINGEN - Bisher war es bei den Betrieben im Milchkontrollverein Butjadingen häufig so: Weniger Kühe leisten mehr. 2007 jedoch war es anders.

Das heißt: Bisher nahm die Zahl der Kühe ab – bedingt durch die Quotenanpassung. Die durchschnittliche Milchleistung pro Kuh aber konnte gesteigert werden. So war im Jahre 2005 mit rund 300 Kilogramm die höchste Steigerung zu einem Vorjahr erreicht worden, die es in den letzten 20 Jahren in Butjadingen gegeben hatte. 2006 legten Butjadinger Kühe noch einmal zu – mit durchschnittlich 150 Liter mehr Milch.

Im abgelaufenen Jahr 2007 jedoch war es anders, wie die NWZ vom Vorsitzenden des Milchkontrollvereins Butjadingen, Henning Cornelius aus Klein-Tossens, erfahren hat.

Die Zahl der Kühe legte 2007 deutlich zu: um mehr als 400 auf nun 7580. Die Jahresleistung pro Kuh sank jedoch leicht: von 8236 Kilogramm im Jahre 2006 auf jetzt 8181 Liter.

Der Fettanteil betrug 337 Kilogramm und 4,12 Prozent. Eiweißgehalt: 278 Kilogramm und 3,4 Prozent. Die Zahl der Mitgliedsbetriebe im Milchkontrollverein Butjadingen ging um einen Betrieb zurück auf nunmehr 106 Betriebe.

Der Vorsitzende des Milchkontrollvereins, Henning Cornelius, führt die geringere Milchleistung zurück auf den verregneten Sommer. Das Weidegras sei nicht so gehaltvoll gewesen wie in den Vorjahren.

Während der Wintermonate sei die Leistung noch gut gewesen, im Sommer dann aber eingebrochen. Zudem müsse berücksichtigt werden, dass in den Vorjahren enorme Leistungssteigerungen erreicht worden waren. Somit habe sich die durchschnittliche Milchleistung in Butjadingen auf gutem Niveau gehalten.

Die Wesermarsch-Kühe liegen mit ihrer Milchleistung traditionell etwas unter dem Durchschnitt im Landeskontrollverband Weser-Ems, weil in der Wesermarsch nicht so vielfältig gefüttert wird, sondern Gras die Hauptfuttergrundlage ist.

Dem Landeskontrollverband gehören insgesamt 6000 Betriebe an. Die 305 189 Kühe im Verbandsgebiet gaben 2007 nach Verbandsangaben im Durchschnitt 8 512 Liter Milch. Die höchsten durchschnittlichen Leistungen erreichten die Landwirte im Osnabrücker Land mit 9390 Liter. Etwa 85 Prozent aller Milchkühe in Weser-Ems wurden der Milchleistungs- und Milchqualitätsprüfung unterstellt.

Im Mittel wurden 5000 Kühe mehr geprüft als im Vorjahr – und das bei einer bisher fixen Milchquote je Bundesland und steigenden Leistungen.

Der Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes, Dr. Ernst Bohlsen, sieht die Zunahme begünstigt durch die guten Bedingungen für Milchproduktion in der Region Weser-Ems sowie durch die Änderung des Milchquotenhandels im Sommer 2007. Seitdem wird im Handelsgebiet Westdeutschland von den Milchviehhaltern in Weser-Ems mehr Milchquote aus den übrigen Bundesländern gekauft als aus der eigenen Region angeboten.

Nach Auskunft von Henning Cornelius, Vorsitzender des Milchkontrollvereins Butjadingen, gilt das auch und besonders für Butjadingen.

Weser-Ems und insbesondere die Küstenregion ist ein klassisches Milchgebiet in Deutschland.

Der Geschäftsführer des Landeskontrollverbandes war prominenter Gast der Jahreshauptversammlung des Milchkontrollvereins Butjadingen, die im „Huus an’n Siel“ in Stollhamm stattfand.