BUTJADINGEN - „Wir werden uns auf jeden Fall noch einmal wiedersehen. Ich hoffe, dass dann die Auflösung unseres Vereins der Anlass sein wird“, scherzte Vorsitzender Dieter Brockhoff. Dazu würde es kommen, wenn am 23. März in Hannover der Kompromissvorschlag des „Fördervereins Langwarder Groden – Erhalt unserer Heimat zwischen den Deichen“ für die Umsetzung der ökologischen Kompensationsmaßnahme im Langwarder Groden gebilligt wird.
Während der Jahreshauptversammlung der Bürgerinitiative am Montagabend im Burhaver Rathaussaal zeigte sich der Vorstand recht optimistisch, dass die Auseinandersetzungen um den Erhalt des Langwarder Grodens und insbesondere des Vordeiches mit dem Einverständnis aller Beteiligten beigelegt werden.
Ihren Optimismus begründeten die Förderverein-Vertreter mit ihren Eindrücken vom ersten „Vermittlungsgespräch“, bei dem sie am 24. Februar in Hannover ihren neuen Kompromissvorschlag vorlegten und dafür eine breite Zustimmung, auch von den Umweltverbänden, erfahren hätten. Den Kompromissvorschlag erläuterte Jan Dunkhase den rund 50 Teilnehmern der Jahreshauptversammlung des Fördervereins.
Als Ausgleichsmaßnahme für die ökologischen Eingriffe beim Bau des Jade-Weser-Ports sowie bei zwei Deichbaumaßnahmen in Cäciliengroden und Augustgroden sollen im Langwarder Groden neue Salzwiesen entstehen. Dafür muss eine natürliche Überflutung des Areals ermöglicht werden.
Laut Planfeststellungsbeschluss soll deshalb der vier Kilometer lange Vordeich gänzlich abgetragen werden. Als Kompromiss erklärten sich die Umweltverbände mit einer Öffnung des Vordeiches an zwei Stellen einverstanden. Ein Schleifen oder Öffnen des Vordeiches lehnte der Förderverein bislang aber ab.
„Auch wir haben uns bewegt“, machte Jan Dunkhase deutlich. Der neuerliche Kompromissvorschlag des Fördervereins sieht nur eine Öffnung des Vordeiches im östlichen Bereich vor, wo auch keine gefahren bei Sturmfluten zu erwarten seien. Wie groß die Deichöffnung sein müsse, müssten die Berechnungen der Fachleute ergeben.
Jan Dunkhase geht davon aus, dass durch diese Deichöffnung und durch eine Ausweitung des Kanals entlang des Vordeiches sowie durch die Schaffung von Pütten und flacheren Zonen mit der Flut 500 000 Kubikmeter Wasser in den Groden gebracht werden können, der bei Ebbe dann wieder leer laufe. Zudem würden rund 250 000 Kubikmeter deichbaufähiger Boden gewonnen, der für später notwendige Deichverstärkungen zwischen Tossens und Mürrwarden im Groden gelagert werden könnte.
Es wäre fatal, wenn man bei den derzeitigen Berechnungen in Hannover zu anderen Ergebnissen kommt, so Vize-Vorsitzender Ralf Töllner.
