BUTJADINGEN - Fest steht, dass der Vordeich im Langwarder Groden gänzlich geschleift und der Hauptdeich verstärkt wird. Wie dies im Detail geschehen wird und welche Erdbewegung dazu im Langwarder Groden vorgenommen werden sollen, bedarf offensichtlich noch weiterer Gespräche zwischen den beteiligten Behörden und Institutionen. Dies ist das Ergebnis einer hochkarätigen Gesprächsrunde, die am Freitagmorgen bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest in Aurich stattfand.
Sie hatte in ihrem Planfeststellungsbeschluss für den Bau des Jade-Weser-Ports als eine Ausgleichsmaßnahme, in Bündelung mit Ersatzmaßnahmen für Deichbauten in Cäciliengroden und in Augustgroden, die Schleifung des rund vier Kilometer langen Vordeichs im Langwarder Groden angeordnet. Durch dann mögliche natürliche Überflutungen des 150 Hektar großen Areals sollen dort neue Salzwiesen entstehen.
Mit allen beteiligten Behörden, Verbänden und Institutionen sei die Umsetzung der Ausgleichsmaßnahme im Langwarder Groden, insbesondere die Bauabläufe und der Zeitplan, mit dem Ziel, ein Einvernehmen herzustellen, besprochen worden, berichtete Eva Hülsmann. Nach Auskunft der Sprecherin der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Nordwest sei der zwischenzeitlich vorgelegte Kompromiss, den Vordeich an nur zwei Stellen zu öffnen, kein Thema gewesen. Dieser Vorschlag hatte in Butjadingen keine Zustimmung gefunden.
Während des konstruktiven Gesprächs sei in vielen Punkten eine Einigkeit erzielt worden. Einen Abstimmungsbedarf gebe es aber noch bei einigen Bauabläufen. Zwar müsse laut Planfeststellungsbeschluss zunächst der Hauptdeich verstärkt werden, ehe der Vordeich geschleift wird, jedoch soll darüber nachgedacht werden, wie durch Verknüpfungen der Arbeiten Synergieeffekte genutzt werden könnten, so Eva Hülsmann.
Bis Mitte Februar soll nun in Abstimmung zwischen den Deichbänden, der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft und des Niedersächsischer Landesbetriebs für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN) ein detaillierter Plan für die Bauabläufe erarbeitet werden.
Leenert Cornelius, Vorsteher des II. Oldenburgischen Deichbandes, wollte zum gestrigen Gespräch in Aurich, an dem er teilnahm, keine Stellungnahme abgeben. Er möchte zunächst seinen Vorstand informieren, teilte er auf Anfrage mit. Auch Hans-Henning Pötter, Justiziar der Jade-Weser-Port-Realisierungsgesellschaft, bat um Verständnis dafür, dass er wegen des anstehenden Abstimmungsverfahren mit dem Deichband noch keine Details zum Bauauflauf und Zeitplan nennen könne.
