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Mobilität Einsatz für elektrische Autos

Lutz Timmermann

Butjadingen - Die Metropolregion Hannover-Göttingen-Braunschweig-Wolfsburg baut bei ihrem Werben um den Einsatz von vollelektrischen Fahrzeugen auf Butjadingen. Deshalb soll der Modellversuch „Flotte electric“ zu besonders günstigen Konditionen für die Gemeinde fortgesetzt werden.

Der Geschäftsführer der Region, Raimund Nowak, zeigte sich am Donnerstagabend im Finanzausschuss des Rates der Gemeinde überzeugt, dass „E-Mobilität sich durchsetzen wird, weil sie über kurz oder lang günstiger sein wird als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren“. Bereits 2020 werde es eine Parität bei den Kosten geben, prognostizierte Nowak. Die Ersparnis bei den Betriebskosten gegenüber konventionell angetriebenen Fahrzeugen bezifferte der Experte auf „mindestens 70 Prozent“.

Auf Antrag des Ratsherrn Jürgen Sprickerhof (Grüne) beschloss der Finanzausschuss, dem Rat zu empfehlen, die Nutzung des bis zum 30. Juni von der Metropolregion zur Verfügung gestellten VW E-Up so lange zu verlängern, bis Angebote für die Beschaffung eines neuen, leistungsfähigeren E-Mobils vorliegen. Das wird laut Raimund Nowak frühestens 2019 der Fall sein.

Förderprogramm

Wie die Gemeinde so beteiligt sich auch die Tourismus-Service Butjadingen an dem Modellversuch „Flotte electric“. Das Projekt wird vom Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert, wodurch eine kostengünstige Bereitstellung von Elektrofahrzeugen für Kommunen möglich ist. Sobald in Berlin eine neue Bundesregierung steht, rechnet Raimund Nowak mit einem Förderprogramm, das ermöglichen werde, Butjadingen auch über 2018 hinaus ein gutes Angebot zu unterbreiten. Es werde Zuschüsse geben, um die Kostenlücke zu den derzeit noch günstigeren Verbrennungsmotoren zu schließen. Schließlich sollten nicht die Kommunen die Einführung der Elektromobilität auch noch bezahlen, meinte Raimund Nowak.

Die Gemeindeverwaltung fuhr seit 2015 bis zum 11. Januar 2018 einen „VW E-Up“. Die monatlichen Gebühren von 302 Euro handelte Bürgermeisterin Ina Korter für eine Nachfolgeregelung auf 150 Euro herunter. Seit dem 15. Januar nutzt die Gemeinde einen anderen „E-Up“ aus der Fahrzeugflotte der Modellregion zu den günstigeren Konditionen. Den neuen bis zum 30. Juni datierten Nutzungsvertrag zu verlängern, zeigte sich Raimund Nowak in der Sitzung bereit, jedoch nicht ohne zu erwähnen, „dass das etwas Besonderes ist und nicht der Regelpreis“.


Dieses Zugeständnis verbindet Raimund Nowak mit dem Wunsch, dass die Metropolregion und Butjadingen ein Geschäftsmodell für E-Mobilität in Tourismusgemeinden entwickeln, mit dem sich Geld verdienen lässt. Der Geschäftsführer erinnerte daran, dass die TSB schon jetzt einen „VW E-Up“ Gästen kostenlos zum Ausprobieren überlässt. „Würden die das auch tun, wenn sie dafür bezahlen müssen?“, sei eine Fragestellung, der nachgegangen werden sollte. Ein weiterer Ansatz sei, die Anreise per Bahn oder Bus zum Urlaub in Butjadingen zu bewerben und dann vor Ort die Leihe eines E-Mobils anzubieten.

Schwachpunkt Batterie

Butjadingen ist für die Metropolregion Hannover-Göttingen-Braunschweig-Wolfsburg wie Rügen und die Südheide eine Vorzeigeregion in Norddeutschland bei der Einführung von Elektromobilität in Kommunen. Das war Raimund Nowak die Anreise aus Hannover mit einem E-Golf wert, dessen Batterie auch bei Eiseskälte durchhielt. Denn die Batterie ist, das verschwieg der Gast aus der Landeshauptstadt nicht, Kosten- und Schwachpunkt.

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