BUTTEL - „Dieses Haus wurde für die Ewigkeit gebaut, könnte man meinen“, erzählt Wilhelm Maas als er auf das rote Backsteingebäude an der Köterender Straße blickt: „Das hat sich gewaltig gut gehalten.“ Sein Urgroßvater und Großvater haben das Wohnhaus 1895 erbaut. „Jeder einzelne Stein musste vom Hänger geladen werden.
Baumaterial vom Schiff
Das ganze Baumaterial war über die Hunte mit dem Schiff angeliefert worden und musste dann hierher gebracht werden.“
Wilhelm Maas hat Respekt vor seinen Vorfahren, die ein so solides und schönes Haus gebaut haben: „Mit den gemauerten Verzierungen hat man sich viel Mühe gegeben“, findet der 79-Jährige. Derzeit leben drei Generationen dort unter einem Dach: Wilhelm Maas und seine Frau Irmgard sowie Sohn Gerold mit Frau und Kindern.
„Hier war immer viel Leben im Haus“, erzählt Maas. Er selbst hatte sieben Geschwister. Die fünf Jungs haben sich früher im Obergeschoss ein Schlafzimmer geteilt. Dazu kamen während der Kriegsjahre eine Flüchtlingsfamilie. „Die hatten weitere vier Kinder dabei.“
Im Laufe der Jahrzehnte hat sich äußerlich am Haus kaum etwas verändert. Nur die Südterrasse wurde 1980 angebaut, wo vorher der Haupteingang an einer Rundbogentür war. „Die Treppe haben wir unter der Terrasse einfach beerdigt“, erzählt der 79-Jährige, der mit seiner Frau vor allem im Sommer viele Stunden dort verbringt. „Das ist dann so schön mit den Blumen in den Blumenkästen“, findet Irmgard Maas. Ist zu heiß, bleibt das Paar lieber im Haus, das dicke Mauerwerk halte nämlich die Wohnräume schön kühl. Dafür hat sich im Inneren des Hauses von Generation zu Generation eine Menge verändert.
Grüner Kachelofen
„Dort in der Ecke stand früher mal ein grüner Kachelofen“, erinnert sich Irmgard Maas. Auch die Decken wurden irgendwann einmal abgesenkt, weiß Wilhelm Maas zu berichten. Im Obergeschoss des Hauses hat Sohn Gerold für sich und seine Familie ausgebaut. „Das Haus war von Beginn für mehrere Familien geplant worden“, sagt Wilhelm Maas. So seien beispielsweise die Anschlüsse für drei Badezimmer verlegt worden.
Noch älter als das Wohnhaus von 1895 ist ein Nebengebäude auf dem Hof: Das sei schon 1826 gebaut worden. Heute befinden sich darin Stallungen. „Die Angestellten haben zu der Zeit hier auch gewohnt. Die Knechte schliefen über dem Pferdestall“, weiß Maas. Wo sich heute die Milchkammer befindet, hätten damals die Familienmitglieder geschlafen – in mit Stroh ausgepolsterten Kastenbetten. Maas: „Die Bauern waren wichtige Arbeitgeber. Damals mussten eben alle dichter zusammenrücken.“
